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nur bei wenigen Insekten entdeckt, so dafs man annehmen mufs, eskomme das Hören meist ebenso zustande, dafs der Schall zitterndeBewegungen der Körperdecke hervorruft, welche von den anliegendenNervenenden wahrgenommen werden. Geruchsorgane hat man anden Insekten noch nicht entdeckt, trotzdem dafs ihr Geruchsinn sehrentwickelt ist und viele sogar auf weite Entfernung ihre Nahrung oderihre Weibchen wittern. Als Tastorgane haben insbesondere einigeam Kopfe angebrachte gegliederte Fortsätze, die Fühlhörner undPalpen, zu gelten. Bei manchen, besonders Wasserinsekten, kom-men hiezu noch eigene Tasthaare.
Die Insekten pflanzen sich — wenige Lebendiggebärende aus--genommen — durch Eier fort. Aus diesen schlüpft das Insekt ent-weder vollständig in der Form und mit den Teilen, die auch das er-wachsene Tier besitzt (Insekten ohne Verwandlungen, Insecta ame-tabola', oder das neugeborene unterscheidet sich mehr oder wenigervon Erwachsenen und heifst dann Larve. Diese geht durch mehrereHäutungen in den erwachsenen Zustand, den man Imago nennt, über.Bei vielen schaltet sich zwischen den Larvenzustand und den Imaginal-zustand noch ein dritter Zustand, der der Puppe (Chrysalide) ein.Dieser unterscheidet sich von dem vorigen dadurch, dafs währenddesselben keine Nahrung aufgenommen, meist auch keine Ortsbewe-gung gemacht wird und im Inneren eine mehr oder weniger durch-greifende Umbildung der Körperteile stattfindet. Von solchen Insektensagt man, dafs sie eine vollkommene Verwandlung besitzen:Insecta holometabola . Fehlt der Puppenzustand, so spricht manvon unvollkommener Verwandlung: Insecta hemimetabola.
Man teilt die Insekten in zwei Hauptabteilungen und siebenOrdnungen:
I. Insekten mit beissenden Mundteilen: I. masticantia. Die Mund-teile enthalten zwei gleich einer Zange gegeneinander wirkende Kie-ferpaare.
1) Orth.optera (Geradflügler): entwickeln sich ohne odermit halber Verwandlung; wo Flügel vorhanden, sind die vordem per-gamentartig oder netzartig geadert und gerade, die Hinterflügel ge-rade und bei manchen fächerförmig gefaltet. Sie sind die Ueberbleibselder ältesten Insekten der Erde und zerfallen in eine grofse Zahl untersich sehr verschiedener, wenig artenreicher Familien: die Geradflügler,Ohrwürmer, Blattiden, Schrecken, Termiten, Holzläuse, Afterfrühlings-fliegen, Eintagsfliegen, Wasserjungfern, Blasenfüfse, Springschwänzeund Pelzläuse.
2) Neuroptera (Netzflügler): haben vollkommene Verwand-
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