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C. G.Calwers Käferbuch : Naturgeschichte der Käfer Europas : zum Handgebrauche für Sammler / C. G. Calwer ; herausgegeben von G. Jäger
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Seite
XIV
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XIY

in einen nach der Bauchseite offenen stumpfen Winkel und indemjetzt der Käfer mit der Wurzel der Flügeldecken auf den Boden auf-schlägt, wird er unter einem knipsenden Geräusch oft mehr als hand-hoch in die Luft geschleudert. Begreiflicherweise können sie diesesManöver nur ausführen, wenn sie auf dem Rücken liegen. DieSchwimmkäfer bewegen sich im allgemeinen sehr rasch und zwarentweder die gröfseren ruckweise, oder die kleinerenmehr fusselnd in kontinuierlichem Zuge. Die genannten Schnellläufer,Hüpfer, Schneller und Schwimmer ausgenommen, sind die meistenKäfer, insbesondere die fast die Hälfte aller Käferarten ausmachendenRüsselkäfer, die Blattkäfer etc. sehr träge Tiere; dafür haben dieseaber eine sehr verbreitete eigentümliche Methode, sich der Y erfolgungzu entziehen, indem sie sich zu Boden fallen lassen. Hauptsäch-lich darf man diesen Kniff von allen auf Blättern sitzenden, wenigervon den Blütenkäfern erwarten. Sie verschwinden natürlich hiebeiim Pflanzengewirre so, dafs von einem Auffinden nur im allerglück-lichsten Falle die Rede sein kann, denn sie stellen sich dann meistnoch tot. Das Sichtotstellen, wobei die Beine und Fühler ange-zogen werden, treiben auch manche Bodenkäfer, z. B. Byrrhus, an-dere drücken sich blofs, wenn sie keinen Versteck mehr erreichenkönnen, plötzlich; andere, namentlich solche, die eine sehr gute Schutz-farbe haben, schützen sich dadurch, dafs sie sich eben beim Heran-nahen der Gefahr absolut still verhalten, so manche Bockkäfer, dieauf Baumrinden sitzen und deren Farbe haben. Aktive Y erteidi-gungsmittel, vor denen sich der Mensch in acht zu nehmen hat,kommen nur bei wenigen einheimischen Käfern in Betracht: die grofsenCaraben, manche Bockkäfer, die Hirschkäfer etc. können ernstlichkneipen. Die grofsen Caraben spritzen aus ihrem Hinterleib demErgreifcr einen heftig riechenden, auf der Haut des Gesichts, nament-lich in den Augen heftig, aber vorübergehend brennenden Saft ent-gegen und sie treffen das Gesicht mit grofser Geschicklichkeit. Be-denklicher ist eigentlich nur die spanische Fliege Lytta vesica-to.ria;: ihre Kiefer können zwar nur die Haut von Kindern durch-zwicken, allein der ätzende Saft, wegen dessen sie zur Bereitung vonblasenziehenden Mitteln verwendet werden, wirkt auch auf der blofsenHaut, weshalb man leicht Blasen und schliefslich Geschwüre an denFingern erhält, wenn man sie ohne Handschuhe angreift. Die knal-lenden Dunstwölkchen, die der kleine Bombardierkäfer Brachinus dergreifenden Hand entgegenschleudert, sind wohl nur auf Feinde be-rechnet, bei denen das «bange machen» gilt.

Y r on Kunsttrieben und höheren intellektuellen Leistungen kann