bei den Käfern nicht viel berichtet werden. Viele Rüsselkäfer, z. B.Rhynchites zeigen merkwürdige Instinkte beim Unterbringen ihrerHier. Der grofse Hydrophilus piceus webt ein wunderschönes Eier-schiff. Die Larven der Cryptocephalus- und Clythraarten machen sichein Futteral aus kleinen Pflanzenteilchen, in dem sie umherwandeln.Der Pillenkäfer (Sisyphus Schäfferi fertigt Kotkugeln, die Mann undWeib gemeinschaftlich bis an geeignete Stellen wälzen, um sie zu ver-graben und ihre Eier darin abzusetzen. Aehnlich machen es auchandere Mistkäfer wie Copris, Geotrupes, Aphodius, nur dafs sie ihreKugel nicht so weit fortwälzen. Die Totengräber vereinigen sich,und zwar bei gröfseren Aesern oft zu Hunderten, um dieselben durchUntergraben und Hervorscharren der Erde allmählich in den Boden zuversenken, und wenn das Erdreich hiezu nicht geeignet ist, so schleppensie kleine Leichen gemeinschaftlich oft mehrere Schritte weit. DerRebenkäfer ^Lethrus cephalotes) schneidet die Triebe der Reben abund trägt sie in sein Plrdloch u. s. w. Manche Käfer verstehen zumusizieren, indem sie bald da bald dort gezähnelte Leisten haben,mit denen sie über eine scharfe Kante hinstreichen,, es entstehen dannähnliche, nur viel feinere Geräusche, wie wenn man mit einem Kammüber eine scharfe Leiste streicht: Beispiele sind die Lema-Arten, mancheBockkäfer und Mistkäfer. Bekannt ist unter dem Namen «Totenuhr»das klopfende Geräusch einiger Anobienarten, die im toten Holzeleben; sie bringen es durch Aufschnellen der harten Kiefer auf dasHolz hervor, zum Zweck, sich gegenseitig anzulocken. Den gleichenZweck hat auch die Laterne, welche die Leuchtkäfer in ihremHinterleib tragen: deren flügelloses Weibchen besteigt einen erhabenenGegenstand, eine Erdscholle und dergleichen, hält die Laterne in dieHöhe und dreht sich jetzt im Kreise herum, um ihr Licht nach allenSeiten leuchten zu lassen.
Die Fundorte der Käfer nebst einzelnen Bemerkungenüber den Fang*).
Die Fundorte sind zwar bei den einzelnen Arten der Gattungenspeciell aufgeführt, allein für den Anfänger ist es doch von Wichtig-
*) Anm. Hier empfehle ich dem Sammler: G. Jäger, Deutschlands Tierweltnach ihren Standorten eingeteilt. Stuttgart , A. Kröner 1S74. Die Käfer sind dort nichtbloss an den einzelnen Standorten und Futterpflanzen aufgeführt, sondern in eine Bestim-mungstabelle nach den auffälligsten, dem Anfänger zugänglichsten Merkmalen, d. h. nachGrösse und Farbe gebracht. —