XVII
kleinsten unserer Käfer, zu gewinnen, klopft man trockenen Kuhfladenüber einem weissen Bogen Papier aus und fängt die anfangs sich tot-stellenden Tierchen , sobald sie laufen, mit einem feuchten Pinsel, andem sie kleben bleiben.
3', An Aas. Zum Aerger des Käfersammlers trifft man solches— tote Maulwürfe ausgenommen — bei uns äusserst selten an, na-mentlich gröfseres, weshalb man am besten zur Auslegung von totenKatzen und dergleichen selbst schreitet. Diese müssen aber gut mitSteinen und Dornen verwahrt werden, damit die Füchse sie nicht fort-schlcppen, oder man verständigt sich mit einem Abdecker. An Aasfindet man die Necrophorus-Arten, die meisten Arten von Silpha, vonKurzdeckflüglern die Gattungen Ocypus Philonthus, Aleochara etc.,von kleineren Käfern Dermestes, Corynetes, Nitidula, Hister, Omosita,Choleva. Die Aaskäfer sind meist ziemlich flink, was die Arbeit trotzPincctte und allem sehr misslich macht. Reinlicher und sehr erfolg-reich ist das Eingraben tiefer glasirter Töpfe, über die man das Aasmit Dornen und Reisig beschwert legt: was in den Topf fällt, kannnicht mehr heraus. Die seltenen Choleva-Arten erhält man fast nurauf diese Weise.
4) Unter Steinen giebt es reiche Käferernte; doch ist es ganzfalsch, wenn man mit dem Aufheben von grossen, schweren SteinenKräfte und Zeit vergeudet, denn da findet man mehr Ameisen, Feld-mäuse etc. als Käfer; im Gegenteil sind kleinere Steine, noch besserHäufchen kleinerer Steine, die auf berastem Boden, besonders aufViehweiden und an Wald- und Wegsäumen liegen, die besten. Hiebeimuss man aber systematisch verfahren, wenn man Erfolg haben will.Man wählt sich einen geschickt liegenden flachen Stein aus und ent-fernt jetzt rund um ihn die anderen Steine, packend, was man dabeivon Käfern erwischen kann. Was man nicht erwischt, sitzt dann meistalles beisammen unter dem letzten hiezu ausgewählten Stein. Hatman viele darunter entwischen sehen, so legt man vor dem Aufhebendes letzten wieder ein paar Steine in einigem Abstand um ihn herum,unter die sich versteckt, was neuerdings entwischt, und so bekommtman bei genügender Vorsicht alles. Wer planlos die Steine umwendet,hat wenig Aussichten, kleine Caraben zu erhalten. Das häufigste Vor-kommen unter Steinen sind Laufkäfer der Gattungen Carabus, Pro-crustcs, Calathus, Feronia, Amara, Harpalus, Anisodactylus, Poecilus,Doliclnis, Brachinus, Anchomenus, Bembidium , Cymindis, Panagaeus,Lebia, Badistcr, Stenolophus, Callistus, Dromius, Trechus, Blemus,Olisthopus, Patrobus, Clivina etc. Den grossen Broscus vulgaris findetman nicht frei unter dem Stein, sondern in einer tiefen Erdgrube
Calwer, Käferbuch. H