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C. G.Calwers Käferbuch : Naturgeschichte der Käfer Europas : zum Handgebrauche für Sammler / C. G. Calwer ; herausgegeben von G. Jäger
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XVIII
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XVIII

darunter. Ausser den Laufkäfern trifft man Chrysomela-Arten, zahl-reiche Staphylinen, Byrrhus-Arten, von Rüsselkäfern Alophus, Otio-rhynchus, Barynotus, Cleonus, Gronops, Plinthus, Tropiphorus, Trachy-phloeus, auch einige Schnellkäfer (Diacanthus, Lacon, Agriotes, Draste-rius): wie man sieht eine reiche Gesellschaft!

5) Die Ameisen- und Hornissennester. An die Steinereihe ich unmittelbar diesen Fundort an, denn die interessanten Keulen-käfer (Claviger) findet man bei der bissigen gelben Ameise, die in derRegel unter Steinen haust. Auch Pselaphus-Arten findet man beiAmeisen unter Steinen und in den Nestern der Rasenameise. DieseKäfer sehen den Ameisen sehr ähnlich; um sie zu bekommen, wartetman, bis die Ameisen sich verlaufen haben, der Käfer ist dann soziemlich der lezte, der zu entwischen sucht, insbesondere richte mansein Augenmerk auf die Unterseite der Steine. Am reichsten an Kä-fern sind die an alten Baumstümpfen angelegten Kolonien der Formicafuliginosa, bei der man über 100 Arten von Käfern findet, von denendie meisten kaum irgendwo anders anzutreffen sind. Die meisten sindStaphylinen aus den Gattungen Homalota, Oxypoda, Othius, Aleochara,Stenus, dann Ilisteriden (Saprinus und Dendrophilus), auch die Larvenvon Cetonia und Clythra trifft man hier. Nächstdem am reichstensind die grofsen in Nadelwäldern so häufigen Nester der roten Wald-ameise (Formica rufa), von der fast 100 Arten von Gästen bekanntsind, meist Staphilinen aus den Gattungen Myrmedonia, Homalota,Oxypoda, Oligota, Dinarda, Lomechusa, Myllaena etc., dann Crypto-phagiden (Lathridius, Corticaria), ein Rüfselkäfer (Omias mollinus) undein Histeride (Hetaerius sesquicornis). Der Fang dieser auch noch sehrkleinen in Haufen lebenden Ameisengäste erfordert natürlich eine ge-wifse Todesverachtung. Man bindet sich unten die Hosen und obendie Aermel zu, damit die Ameisen nicht unter die Kleider kommen,fafst den Haufen portionenweise in ein Sieb (siehe später), wartet bisdie Ameisen sich etwas verlaufen haben, und siebt dann in den Beutel.

6) Ufer von Flüssen und Seen. Ein ganz aufserordentlichesGlück für einen Käfersammler ist es, wenn er zu einer Ueberschwem-mung im richtigen Moment kommt. Hier findet er teils im An-spülicht, teils an den aus dem Wasser hervorragenden Pflanzen undGebüschen oft eine so ungeheure Menge angeschwemmter Käfer fastaller Abteilungen, dass alle seine Sammelgläser nicht ausreichen, umden Reichtum einzuernten. Man versäume deshalb im Frühjahr undVorsommer keine Ueberschwemmung, komme aber nicht zu spät, weilsich sonst die Thiere wieder verlaufen haben. Auch ohne Ueber-schwemmung sind die Ufer der Fundort für eigenartige Insekten, die