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C. G.Calwers Käferbuch : Naturgeschichte der Käfer Europas : zum Handgebrauche für Sammler / C. G. Calwer ; herausgegeben von G. Jäger
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XXXIV
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werden darf, ja ich habe hundertemal solche Giftstöpsel mit den Zahnenaus dem Glase gezogen, wenn ich nicht beide Hände frei hatte.

2) Ein zweites, von mir auch schon versuchtes, aber mindersicheres Giftglas ist ein oben und unten offener gleichweiter Glas-cylinder von der Weite eines Lampencylinders, dessen Innenraumman durch eine eingeschobene Korkscheibe in zwei Räume, einengrofsen und einen kleinen, sondert. Jederseits schliefst man die Röhremit einem niedrigen Kork, der auf eine Holzscheibe fest aufgekittetist. In die kleine Abteilung legt man ein Giftstückchen, in die gröfserekommen die gefangenen Käfer und die Korkscheidewand enthält ent-sprechende kleine Oeffnungen oder eine grosse mit einem Leinwand-fleck gedeckte, durch welche die von dem Cyankalium ausgehauchtegiftige Blausäure in den Käferraum sich verflüchtigen kann. Sehrhandlich sind diese Gläser, allein die Deckel nützen sich bald ab, sodafs sie leicht abfallen und das inifslichste ist die Verwechslung derDeckel, und dafs das Gift nicht sicher verwahrt ist: wenn der Deckelabgeht, so kann man es in die Tasche bekommen oder verlieren.Deshalb möchte ich sie nicht allgemein empfehlen, namentlich janicht für Unmündige und da, wo Kinder sind. Verbessern kann mandie Sache dadurch, dafs man das Gift in eine zweite kleine kurze,an beiden Enden offene, und dort mit einem eingekerbten gutenStöpsel verschlossene cylindrische Glasröhre von I cm lichter Weiteverschliefst und diese in ein die Korkscheidewand durchsetzendesLoch so einschiebt, dafs sie festgeklemmt ist und in beide Räumevorragt. Man kann jetzt in beide Räume Käfer thun, so dafs dasVerwechseln und das Herausfallen des Giftes verhindert ist. Dagegenist der äufsere Verschluss schlechter als bei dem unter Nro. l er-wähnten Giftglasc, man hat das Aufgehen zu befürchten, wobei, wenncs dem untern Deckel passiert, die Käfer herausfallen und häufig genugverloren gehen, und das Gift mufs öfter erneuert werden, weil es mehrnach aufsen verdunstet.

3' Das Gift kommt in eine solche kleine, beiderseits mit ein-gekerbtem Stöpsel verschlossene kurze Glasröhre und diese wird ein-fach in ein gewöhnliches verkorktes Opodeldoc-Glas gelegt. Das Mifs-liche ist hier nur, dafs beim Schütteln durch das Gehen das hin- undherfallende Gläschen manchen Käfer beschädigt und eine Befestigungdes Giftröhrchens einmal schlecht gelingt, zweitens beim Entleerendes Kolbens hinderlich ist.

Die Wirkung des Cyankaliums beruht nicht darauf, dafs die Käferdieses Gift fressen, sondern darauf, dafs dasselbe Blausäure aushaucht,sobald es feucht wird und Kohlensäure mit ihm in Berührung kommt.