Erstes Kapitel.
Allgemeine Grundbegriffe.
§. 9 .
-Obgleich wir uns von vorn herein gegen eine unnithige Vervielfälti-gung der orismologischen Bestimmungen erklären, so sxll doch damitkeinesweges die bestimmte Unterscheidung besonderer Theile, sobald sievon durchgreifender Wichtigkeit sind, verworfen werden; es ist viel-mehr die erste Anforderung an eine genaue Oriemologie, jeden kon-stant verschiedenen, eigenthümlichen Theil mit einem ihm ausschließlicheigenen Worte zu belegen. Oft wird es allerdings schwer sein, sichhierbei in den üchtigen Gränzen zu erhalten, um so mehr, da wenigerallgemeine Grundsätze, als ein gewisses, richtiges Gefühl und guterTakt uns leite»! können. Indeß wollen wir versuchen, einige Grund-sätze als Richtschnur vorauszuschicken.
§. 9 .
I. Jedes bestimmt verschiedene Organ, oder, wo es nöthig er-scheint, jeder Theil eines Organes erhält einen ihm allein eigenenNamen in substantiver Form.
H. Diese Benennungen dürfen indeß nicht willkürlich bestimmtwerden, sondern man muß dabei die Bezeichnung der Organe höhererThiere zu Rathe ziehen und die analogen Gebilde bei den Insektenaussuchen.
An merk. Gegen diesen Grundsatz sind von jeher die gröbsten Ver-stöße gemacht worden, und doch ist er so nothwendig, so sehr inder Natur der Sache begründet, wie irgend einer. Wohl mit ausUnkenntniß der Anatomie höherer Thiere, vielleicht selbst aus einergewissen Neucrungssucht mancher Schriftsteller entstanden die bizar-rcstcu Deutungen, indem man Theils» oder bloß Gegenden an Or-