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Zweites Kapitel. Allgem. Orismologie.
sich aus oer Verglcichung von Beschreibungen eines und desselben In-sekts bei verschiedenen Schriftstellern bald erkennen läßt, so ist mithineine allgemein gültige Bezeichnung der Farbe» eine kaum zu lösendeAufgabe. Diese Schwierigkeiten sehr wohl erkennend, schlägt Lamark,und nach ihm Latrcille*), eine eigenthümliche Methode zur Bestim-mung der Farbe vor, wodurch er alle etwanigen Zweifel gelöst zuhaben glaubte.
Er betrachtet nehmlich von den sieben Farben des Regenbogensdrei: Blau, Noth und Gelb, als einfache Grundfarben, und nimmtsie deshalb als Basis seiner ganzen Farbcnbezeichnung an, indem er zuden dreien des Regenbogens die entsprechenden in der Natur aufsucht.Blau führt auf der einen Seite zu Schwarz, Gelb zu Weiß.Aus der Verbindung aber von gleichen Theilen der je zwei und zweian einander stoßenden Farben entstehen zwei neue, nehmlich Violetaus Blau und Noth, Orange aus Gelb und Noth. Grünbleibt weg, weil es eine Verbindung zweier, von ihrer Stelle versetztenFarben ist, also gleichsam eine unnatürliche, regelwidrig entstandene (!).Demnach erhält man folgende Reihe:
Schwarz, Blau , Violet, Noth, Orange, Gelb, Weiß.
Diese Farbcnrcihe schreibt er in eine Skala, welche in 60 gleicheTheile getheilt ist, indem er neben 0 Weiß stellt, und so von 10 zu 10Graden Gelb, Orange, Roth :c. folgen läßt. Aus der Verbindungzweier neben einander stehender Farben nach den bestimmten Zahlen-verhältnisscn entspringen dann die zwischen ihnen liegenden Modifika-tionen, z. B. 5 Theile Schwarz und 5 Theile Blau geben Schwarz-blau, 8 Theile Schwarz und 2 Theile Blau geben ein sehr tiefesSchwarzblau (Lleu no!o krlplo) u. s. w. Auf diese Art erhält er 60verschiedene Farbcn-Abändcrungcn, die nun freilich für die Bestimmungder natürlichen Farben in manchen Fällen wohl ausweichen werden,aber keincswcgcs in allen, da alle Verbindungen von Schwarz undNoth, Roth und Weiß, Schwarz und Weiß fehlen; auch bleibt dieseTabelle deshalb sehr mangelhaft, weil Grün, das grade am häufig-sten und in den verschiedenartigsten Abänderungen vorkommt, ganzausgelassen wurde.
§. 28.
Man nimmt in der Naturgeschichte gewöhnlich acht Hanprfarbena»; nehmlich: Weiß, Grau, Schwarz, Braun, Noth, Blau , Grün
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331. u. ss.