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Zweiter Abschnitt. Anatomie.
solcher anf einander folgenden Kammern finden. Die erste Kammer,welche an der Rückenschiene des letzten Hintcrleibsringes liegt, ist diekleinste, und besteht aus einem herzförmigen Säckchen, das vorn, in derRichtung gegen den Kopf, eine schlitzförmige Ocffnung hat. Die Lip,pen dieser Ocffnung bilden also die vordere Wand des Söckchens undverschließen dasselbe, wenn nicht von innen andrängendes Blut sie voneinandcrtreibt. Dieses Blut gelangt durch zwei kleinere Oeffnungen,welche ebenfalls vorn an jeder Seite des Säckchens liegen, in das-selbe hinein, kann aber nicht durch cbcndicsc Oeffnungen wieder abflie-ßen, weil sich eine halbmondförmige, inwendig im Säckchen unter derOcffnung angebrachte Klappe vor dieselbe legt, wenn sich das Herzzusammenzieht, und so muß das Blut durch die vordere Ocffnung aus,strömen. Aus diese erste und hinterste Kammer des Herzens folgt nachvorn eine zweite, die im Ganzen ebenso gebildet, aber länger, cylin-drischcr ist und auch hinten eine Oeffnung, nehmlich die vordere desersten Söckchens hat. Durch diese Oeffnung gelangt das Blut ausder ersten Kammer in die zweite, wenn sich das Herz zusammenzieht;zugleich strömt aber durch die beiden seitlichen, vordEn OeffnungenBlut in die Kammern hinein, wenn sich das Herz Eber ausdehnt.Auf diese Art ist also jede Kammer stets mit Blut versehen, indemaus der Hinteren Kammer Blut in die vordere strömt, wenn das durchdie vorderen Oeffnungen aus der Bauchhöhle aufgenommene Blut,durch die Zusammcnziehung aller Kammern, aus der Hinteren in diefolgende getrieben wird. Wie diese Zusammcnziehung (Systole) undAusdehnung (Diastole) des Herzens aber erfolgen könne, soll gleichaus einander geletzt werden, nachdem wir zuvor Etwas vom Bau desHerzens angeführt haben.
§. 118 .
Die Struktur des eigentlichen Herzens betreffend, so bemerkt manan ihm, nach Straus, zwei Häute, von welchen die äußere glatt,dicht und längsfaserig, also muskulös ist. Sie bildet eigentlich die be-schriebenen Klappen, indem sie sich an beiden Rändern jeder Seiten-öffnung nach innen umschlägt. Der Hintere Umschlag wird zur Znnen-klappc der Seitcnöffnung, der vordere zur Scheidewand der Kammern,oder beide vordere zu den Lippen der vorderen Ocffnung. Beide Klap-pen, so wie die ganze innere Wand des Herzens, werden von einerdickeren, querfaltigen und lockeren Muskellage überkleidet, welche inder Mitte jeder Kammer noch dicker und stärker ist. Wahrscheinlich