Erstes Kapitel. IV. Athmungsorgane. 173
stamm entspringen, zum deutlichen Beweise, daß die Spalte die Mün-düng der Luftröhren sei (Taf. 12. Fig. 4. 3. ck.).
§. 124.
Nächst der Form der Luftlöcher ist ihre Lage am Körper von Wich-tigkeit, diese bleibt sich in den verschiedenen Ordnungen ziemlich gleich,doch kommen einige Veränderungen vor, die hier kurz angegeben wer-den sollen.
Bei den Käfern hat jeder Leibung ein Stigma, oder, wie essich richtiger ausdrücken läßt, auf der Gränze zwischen je zwei Körper-ringen liegt jedesmal ein Luftloch. Das erste und meistens auch größteArhcmloch liegt in der Vcrbindungshaut zwischen Pro- und Meso-thorax, dem äußeren und unteren Rande jenes mehr genähert, wohereö an ihm in der Regel hängen bleibt, wenn beide Körpertheile voneinander getrennt werden. Das zweite Luftloch liegt an einer ganzähnlichen Stelle, nehmlich auf der Gränze des Meso- und Metatho-rax, wird aber von den Flügeldecken so verborgen, daß es nur bei ge-nauer Untersuchung erkannt werden kann. Man bemerkt es alsdannzwischen jenen beiden Hornschiencn, welche oben (Seite 87) vordererund Hinterer Flügel des Schulterblattes genannt wurden. ZmRuhezustände gränzen beide Schienen eng an einander und verdeckendadurch dies Luftloch ganz, allein bei ausgespannten Flügeln währenddes Fluges, wo der mit Luft erfüllte Leib sich ausdehnt, tritt auch diesLuftloch aus seinem Versteck hervor, um nun, wie die übrigen, Luftein- und ausströmen zu lassen. Aus dieser versteckten Lage erklärt essich, warum dies Luftloch so lange übersehen wurde, zumal da auchzwischen den gleichnamigen Ringen der Larve sich kein Stigma findet.Straus hat es zuerst beobachtet und am Maikäfer und anderen nach-gewiesen. Das dritte Luftloch liegt zwischen Metathorax und demersten Hintcrleibsringc; es ist oft nur klein und unmcrklich, mitunteraber, wie z. B. bei den Bockkäfern, sehr groß, selbst größer, als daserste. Die folgenden Luftlöcher, sechs bis sieben an der Zahl, liegenimmer zwischen je zwei und zwei der folgenden Hinterlcibsringe, sodaß die beiden letzten Ringe allein nicht mit Luftlöchern versehen sind.Aus diese Art erhielten wir zehn Luftlöcher auf jeder Seite, alsozwanzig zusammen, eine Normalzahl, welche nie überschritten, aber oftnicht erreicht wird.
Nicht anders liegen die Luftlöcher bei den Gradflüglern. Daserste in der Verbindungshaut zwischen Pro- und Mesothorax ist sehrgroß, besonders bei Orzülotalpa (Tag. 6. Fig. I. 2. a. g.); das zweite