Buch 
Allgemeine Entomologie / von Hermann Burmeister
Entstehung
Seite
236
JPEG-Download
 

236 Zweiter Abschnitt. Anatomie.

sehten, Hinterlcibsringe sich befinden, das dritte, die Bauchschienen desdritten Hinterleibsringes ausmacht. Der vorderste Abschnitt (eben-daselbst Fig. 8.) besteht aus sechs Hornstücken: zwei vorderen, dreiecki-gen, kleineren (->. s.), an welchen zwei breite, dünne, scnsenfürmige,nach hinten gebogene Haken (o. e.) sitzen, und den beiden Hinteren(b. b.), welche harter und horniger sind, und auf der Mitte der obe-ren Kante in zwei gezahnte Höcker sich erweitern. Bei 6. gclenkendie vorderen und Hinteren Stücke gegen einander (Fig. 5. stellt sie inausgestreckter, Fig. 8. in gebogener Lage vor), und in der Mitte zwi-schen den beiden Stücken der beiden Seiten bleibt eine tiefe, mulden-förmige Grube frei (Fig. 4.). Der zweite Abschnitt (Fig. 4. nnd5. L. und Fig. 7.) besteht aus zwei Stücken. Das größere Grund-stück, oder die Bauchschiene des zweiten Abschnitts des zweiten Hintcr-leibsringcs, ist viereckig, an jeder Ecke mit einem kleinen Fortsatz ver-sehen, welcher mit dem vorhergehende» und folgenden Stück sich ver-bindet. Zn der Mittclfläche ist es tief ausgehöhlt, aber erhebt sich anjeder Seite zu einer starken, nach vorn gerichteten, stumpfen Spitze(Fig. 7. s.), deren Hintere Kante stark mit Borsten beseht ist. Zwischenbeiden Spitzen, also in der vertieften Mittelgrube, liegt das zweiteStück, ein knieförmig gebogener, starker Hornhaken (Fig. 7. b.); durchein Gelenk ist er mit dem ersten Stück verbunden, und kann durchMuskeln bald in die Höhe gerichtet, bald in die Grube zurückgezogenwerden. Der dritte Abschnitt (Fig. 4. und 5. 6., Fig. 6.) istgrößer, als die vorhergehenden, und erscheint als ein bauchiger, vornausgehöhlter Hornhöcker (Fig. 6. ».), welcher inwendig ganz mit Mus-keln angefüllt ist. Diese Muskeln dienen zur Bewegung seines vor-deren, hakenförmigen Anhanges, der wieder aus zwei Theilen, demgroßen, zweisitzigen, bauchigen Haken (Fig. 6. b.) nnd dem dünnen,cylindrischcn, zweigliedrigen Stiel (Fig. 6. o. o.) besieht. Dieser Hakenlegt sich im Ruhezustände in die vordere Aushöhlung der Hornblase(Fig. 6. cl.), aufgerichtet aber steht er frei aus dem zweigliedrigen Stiel.Von der Hornblase nach hinten seht sich eine lange, dicke, spitzigeHorngräte fort, und diese ist es, welche die Banchschiene des drittenHinterlcibsringeö bildet (Fig. 4. und 5. 6. o. o.).

Uebrigens erscheint dieser ganze Haltapparat nur, wenn man dieumgeschlagenen Ränder der Nückenschiene zurückbiegt, daher er an dengetrockneten Exemplaren von diesen Rändern fast ganz verdeckt wird.Dennoch erkennt man getrocknete Männchen bald an dem oben dicken,keulenförmigen Darrch und den größeren Schwaiizzangen.