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Allgemeine Entomologie / von Hermann Burmeister
Entstehung
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332
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3Z2 Dritter Abschnitt. Physiologie.

Aikmanus, Kaiser Maximian, der Dichter Ennius , die Philo-sophen Phcrekydes und Plato , Philipp H., der Dichter undSchauspieler Jffland daran gestorben sein, und erst in neueren Zei-ten beobachtete man zu Bonn , in der dortigen Klinik, eine alte sieben-zigjährige Frau, welche ebenfalls an der Läuscsucht litt, aber durch Ein-reibungen von Terpentinöl geheilt wurde. Ein anderes Beispiel der Arterzählt Fourni er'), wobei einer reinlichen Wöchnerin, welche sich denKopf verhüllt hatte, nach vierzehn Tagen unter Kopfschmerzen, die ihrEßlust und Schlaf verscheuchten, eine große Anzahl von Läusen entstandenwar. Einen ganz ähnlichen Fall beobachtete, wie ich aus seiner mündlichenMittheilung weiß, mein sehr achtbarer Lehrer P.Krukenbcrg in Hallebei einem jungen Mädchen, das an einer Kopfverletzung litt. Auch ininneren Höhlen scheinen die Läuse, bei größerer Disposition, entstehenzu können, wenigstens führt Fourni er eine Beobachtung Morchel-li's an, wo die Läuse bei einer Frau, die öfters an Nothlauf litt,nachdem sie sich, wie sie vorgab, mit einem wahrscheinlich unreinlichenKamm gekämmt hatte, in großer Anzahl auf der Haut erschienen, jaselbst aus den Ohren und dem Aster hervorkamen; aus letzterem beson-ders nach Klnstiren, die in Folge von Angst, Schmerzen und Kolikgesetzt wurden. Wie nun bei allen diesen Fällen eine wirkliche Über-tragung von Läusen wohl nicht Statt fand, wenn gleich im letzt-genannten Falle die Patientin selbst eine solche muthmaßte, so ist die-selbe auch eben so ungewiß bei Kindern, die doch alle in einer gewissenZeit ihres Lebens mir Läusen versehen sind. Man hat viele Fälle, woKopfläuse bei gut gehaltenen Kindern wohlhabender Leute vorkommen,welche nur mit ihres Gleichen, die ebenfalls sehr rein gehalten wurden,in Berührung kamen, und so wie hier im Kindesalter die allgemeineKonstitution des Körpers die Entstehung von Läusen begünstigt, sothut dies in späteren Jahren die Unrcinlichkeit bei gemeinen Leuten.In Polen und Rußland ist die Leiblaus (keillculus vostimonti Faä^.)so allgemein, daß man selten gemeine Leute dort finden wird, die keineLäuse hätten. Hiezu kommt die allgemeine Verbreitung der Läuse überdie warmblütigen Thiere, von welchen fast jedes seine ihm eigenthüm-liche Laus, ja manches sogar mehrere Arten von Parasiten, die denächten Lausen sehr nahe stehen, beherbergt. Daß diese letzten aber mitLeichtigkeit von einem Individuum aus das andere übergehen können,ist ebenfalls gewiß, und so geschieht die Läuseverbrcimng sicher bei sehrvielen jungen Thieren und Kindern; auch vermehren sie sich bei diesen