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Allgemeine Entomologie / von Hermann Burmeister
Entstehung
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Erstes Kapitel- Zeugung.

Fußglieder, oder die saugnapfähnlichen Apparate der männlichenSchwimmkäfer. Bei anderen, z. B. kanorpa, Impln-lo, Lsüns, vo-Uekopiis, ^ipula, liegt der Penis zwischen Zangen, welche das spiheHintcrleibsende des Weibchens festhalten; bei den Männchen mancherMeloen und Wespen sind die Fühler hakenförmig gebildet; bei denmännlichen Crabronen erweitern sich die Vorderschienen in seitlicheLappen, mit welchen sie den Thorax der Weibchen umklammern; beiden Schmetterlingen liegen Haken an den Genitalien beider Geschlcch,ter, und diese greifen in einander während der Begattung. Bei ülelo-tontlis dringen Buckel des Penis in seitliche Taschen der Scheide unddadurch wird das feste Aneinanderhängen vermittelt; oder der Penisselbst ist mit Widerhaken versehen, welche so in die Scheide der Weib,chcn eingreifen, daß der Penis nach vollendeter Begattung in derScheide des Weibchens zurückbleibt, wie dies Hub er von den Bienenbeobachtet haben will. Auch Audouin*) fand ja den fleischigen Theildes Penis abgerissen in der Ocffnung der Samenblase.

Einige Naturforscher, namentlich Oken, haben die Frage aufge'werfen, ob die Kerfe während der Begattung auch Wollust empfän,den, und letzterer hat sie verneinen wollen; allein wie ich glaube, mitUnrecht. Wer die Emsigkeit der Männchen vor der Begattung gcse,hen hat, wie sie sich abmühen auf alle mögliche Weise, um zu ihremZweck zu gelangen, und nun, wenn sie ihn erreicht haben, so ganz inder Freude über das endliche Gelingen ihrer vielfachen Bestrebungenverlohrcn sind; wie alle übrigen Funktionen augenscheinlich ruhen, umdieser letzten und wichtigsten von allen die ganze Körperkraft widmenzu können; der, glaube ich, muß bald von dieser Meinung zurück,gekommen sein. Ist nicht auch die endliche Gewährung einer innc,ren, spornenden Leidenschaft, um deren Willen man keine Aufopfc,rung gescheuct hat, die höchste Wollust? und belehrt uns nicht dieBeobachtung jeder einzelnen Begattung der Kerfe aufs Bestimmtestevon der Anwesenheit einer solchen spornenden Leidenschaft? Auch las,fen der überaus große Nervenreichthum der inneren Genitalien, ihrebedeutende Turgescen; während und vor der Begattung, die gewaltigeErschöpung nach derselben keine andere Deutung zu; nur die über,mäßig genossene Lust kann so erlahmen und erschlaffen, wie uns diemännlichen Kerfe nach diesem Akt erscheinen, nicht der dem bloßenBedürfniß gemäß befriedigte Trieb.

*) Vcrgl. l-ettro xur gönerali'orr äer InseLles, Jtt den ^nru!. rciene- nslnr.I'om II. psF. 281 .