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Drittes Kapitel. Verwandlung.
und müssen sich aus dieselbe zurückführen lassen. Die erste Verände-rung aber, welche der Ring im Fortschritte der Entwickelung erleidet,ist, daß er sich in eine obere und eine untere Hälfte theilt; auf dieseWeise sind die Ringe des Hinterleibes, so wie viele Larven- und Nau-penringe gebildet. Hierauf verdickt sich die untere Hälfte im Mittel-punkte, and sendet von dieser Stelle nach innen Fortsätze aus, die sichbisweilen wieder zu einem Ringe verbinden, so daß dann ein kleinererRing im größeren steckt, welche sich aber beide an einer Stelle, nehm-lich da, wo ein grade nach unten vom Centrum gezogener Halbmesserdie Peripherie trifft, berühren. Dieser innere Ring, oder die ihn an-deutenden Fortsätze, fassen den Nervenstrang zwischen sich, während alleübrigen Organe von dem größeren, äußeren Ringe umschlossen werden.Auf diese Weise sind die vollkommensten Ringe, nehmlich die desBrustkastens, gebildet.
Vergleichen wir diesen Bau der Skelettheile mit den bei den Nück-gratthicren, so finden wir in der Grundlage eine nicht unbedeutendeUebereinstimmung. Jener Punkt nehmlich, von welchem die Bogenbeider Ringe ausgehen, ist analog dem WirbclkLrpcr, die Bogendes kleineren Ringes geben sich als die Wirbelbogcn, die des grö-ßeren als die am Wirbclkörper hängenden, beweglichen Fortsätze, als dieNippen, zu erkennen; der obere, meistens kleinere Halbring endlich,welcher die beiden Bogen des unteren Halbringes zu einem ganzenRinge verbindet, ist das zwischen den Rippencnden gelegene Brust-bein. Hiernach also erhalten wir als die Grundform des Kerfgcrüstcsden Wirbel mit seinen Ausstrahlungen grade so, wie eben dieser Kno-chen allen Rumpf- und Kopfknochcn der Nückgratthiere zum Grundeliegt. Der Unterschied zwischen beiden findet sich nur darin, daß beiden Nückgratthicren die Ausstrahlungen des Wirbclkörpcrs nach ent-gegengesetzten Richtungen, bei den Kerfen dagegen nach einer Seitehin fortschreiten. UebrigenS ist diese Ansicht, welche so viel Wahrheitin sich zu enthalten scheint, daß eine ausführlicher Beweis ganz unnöthigist, keinesweges neu, sondern schon von früheren, vergleichenden Anato-men, namentlich von Geoffrop St. Hilaire* * ***) ), Robineau DeS-voidy"), und dann später von Carus'") vorgetragen. Wir brau-chen daher nur auf die Arbeiten dieser Gelehrten, besonders des letzte-
*) Hnnales tzene'r. Le»enc. quAlr. Uvr. 1820- 9ü—133- OM'üUö IN 2- F»
Meckel's deutschem Archiv nie die Myliologie. o. Vd. S- 59.
1823. 6.
***) Von den urtheilen des Knochen- und Schaicngenisicö. Leidig, is30- Zc-l> mit Kp-.