Achtes Kapitel.
Von den Mitteln der Kerfe zur Selbst»erhaltung.
§. 287.
Die Mittel und Wege, deren sich die Kerfe zu ihrer eigenen Erhal-tung bedienen, sind zweifacher Art, in so fern sie sich beziehen auf dieArt, wie sie sich ihre Nahrungsmittel verschaffen, und auf die Ver-theidigung, welche sie gegen ihre Feinde anwenden. Beide Wege ver-rathen in vielen Fällen eine solche Klugheit, baß wir erstaunen müssenüber den scheinbar hohen Grad von Ueberlcgung und Bedachtsamkeit,welcher sich dabei kund giebt; ja sie würden uns vollkommen von einerfreieren Thätigkeit des Geistes überzeugen, fände sich nicht auch inihnen dieselbe Erscheinung der Nothendigkeit und Unfreiheit dadurchwieder, daß sie sich bei allen Individuen in gleicher Weise, und miteiner Uebereinstimmung bis auf die kleinsten Theile wiederholen, ohnedaß doch das eine Etwas vom anderen erlernt hat.
I. V e r t h e i d i g « n g s in i t t e l.
Knbv in der Einleitung zur Entomologie. 2. Bd. 21ster Bries.
(Deutsche Uebers. S. 248.)
§. 288.
Die Mittel, welche die Kerfe von der Natur zu ihrer Vertheidi-gung bekommen haben, lassen sich wieder unter zwei Gesichtspunktenvereinen, in so fern dieselben erstens: in der Form und Bildungihres Körpers liegen, passive Vertheidigungsmittel, oder zweitensmit freier Krastäußcrung von Seiten des Znsektcs hervorgebracht wer-den, aktive Vertheidiguugsmittel.