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Allgemeine Entomologie / von Hermann Burmeister
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Dritter Abschnitt. Physiologie.

fuhren scheinen, und mit derselben Gier, wie diese die Pflanzcnsnbstanzverschlingen, wieder über diese Pflanzenfresser herfallen. Einige, wiedie Lauf-, Schwimm.- und Ranbkäser, thun dies ganz besonders im voll-kommenen Zustande, indem sie auf die Larven der Hcrbivorcn Jagdmachen, und alle verzehren, die sie erreichen können; andere dagegen,und dies sind grade die gefährlichsten Feinde, snchen den Larven ihreEier in den Leib zu legen, so in dem Körper eines noch lebenden Thie-res ihren Zungen die Nahrnngösnbstanz darbietend. Diese Gewohn-heit finden wir ganz besonders bei den Schlupfwespen und den Ta-chincn. Beide wählen sich zu diesem Endzweck säst nur Schmettcr-lingsranpcn aus, und schränken dadurch, indem eine von ihnen ange-stochene Raupe immer früher oder später zu Grunde gehen muß, dengroßen Einfluß, welchen diese Raupen durch Zerstörung der Pflanzenauf das Gedeihen des Pflanzenreiches ausüben, sehr bedeutend wiederein. Auf ähnliche Weise leben die Larven der kleinen Pteromalincn inden Leibern der Blatt- und Schildläuse, deren Einfluß auf die Ver-ringerung des Pflanzenreiches oft nicht weniger bedeutend ist, als jenerder Schmettcrlingsraupcn. Manche von ihnen leben übrigens auchnoch in den Raupen verschiedener Falter. Ob diese Feinde der Pflan-zenfresser eben so streng in der Auswahl gewisser Kerfartcn zu ihrenZwecken sind, als diese in der Wahl der pflanzlichen Nahrungsmittel,das kann man noch nicht mit Sicherheit entscheiden; doch scheint esbei den größeren Zchneumoncn der Fall zu sein. So lebt z. B. Opliionsmiclns A'-rü,-. in den Raupen von 8pl>inx piuastl'i Ln., lolineu-mon laplckatur (Oi^ptus lap. in den Raupen von

Roclua ll'vpliao AKL?'. u. dgl. m. Auch die großen Familien der Rau-pcnlödtcr (Kplweockoa) und Grabwespcn (Oiabronea) tödten die Lar-ven der Schmetterlinge, um sie als Futter für ihre junge Brüt zu ver-wenden, wie dies schon früher mehrmals erwähnt worden. Merkwür-dig ist es, daß alle diese Feinde der übrigen Kerfe in die Ordnung derHymenopteren gehören, von welchen wir schon wissen, daß ihre Glie-der durch das Besuchen der Blumen am meisten für das Gedeihenund Fortkommen des Pflanzenreiches unmittelbare Sorge tragen. Nunhaben wir auch gesehen, daß sie in dieser Sorge noch weiter gehen,indem sie die den Pflanzen feindlichen Kerfe zerstören und aufreiben.Dieselbe doppelte Sorgfalt gilt übrigens auch von den meisten Dipte-ren, in so fern diese als vollkommenes Znsckt die Blüthen besuchen,als Larven aber häufig in oder von pflanzcnzerstörcnden Kerfen leben.Beide Ordnungen sind es sonach, welche uns die engste Beziehung derKerfe zum Pflanzenreich an den Tag legen, indem sie in zwiefacherRücksicht für das Gedeihen der Pflanzen thätig sind. '