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Allgemeine Entomologie / von Hermann Burmeister
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631
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Elftes Kapitel. Aufenthaltsorte der Kerfe.

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Ende des Herbstes erscheint und bis in den Winter hinein in den Obst«gärten, denen sie als Larve sehr gefährlich ist, umherflattert. Andereerstarren an kalten Tagen, erscheinen aber an milden, und nagen anden Knospen, wie die Raupe von I^oclua kuliglnosa. Eben dies kannman von der Winterschnacke (Iriolioeoia lüemalis anführen,

denn wir sehen sie nicht selten über dem Schnee an klaren, sonnigenWimcrtagcn ihren hüpfenden Neigen in der Luft aufführen. Wiederandere erscheinen erst auf und mit dem Schnee, wie Lorcas Inomslis/.o-r,. (6r)IIus probosciüous ein der Gattung psnorpa ver-wandtes, aber flügelloses, in Wäldern und Gebüschen an lauen Mut-tertagen nicht seltenes Thicrchcn; oder die Springschwänze (posiurae),welche bisweilen die Oberfläche des Schnees wie ein schwarzer Staubbedecken; oder endlich die zu den Dipteren mit viclgliedrigen Fühlerngehörige, gleichfalls flügellose Osiionea araneoläcs, welche Dalmanbeschrieben hat* **) ), und die nach ihm in Schweden auf dem Schneebei einer Kälte von 2030 (der hundertthciligcn Skala) sich findet.

Werfen wir nun noch einen Blick auf die Zeit des Erscheinensder tropischen Kerfe, so sind die Berichte, welche wir über diesen Ge-genstand erhalten haben, so unvollständig, daß sich kaum etwas Genü-gendes darüber sagen läßt. Nach einem, wegen der dort mitgetheiltenLebensweise vieler tropischen Kerfe höchst belehrenden, Schreiben desHerrn Westcrmann an Wicdeman» in Kiel "*) finden sich aufZava, in Bengalen und am Kap die Kerfe nur während der Regen-zeit, während welcher auch die ganze tropische Vegetation im üppigstenWüchse begriffen ist, und schwärmen nun an Blumen und Blätternumher, dort ihre Nahrung suchend. Wo sie sich in der heißen Jah-reszeit aufhalten, weiß man nicht mit Bestimmtheit, doch werden sieohne Zweifel sich ähnliche Schlupfwinkel suchen, wie die bei uns ein-heimischen während des Winters. Es verdrängt also die heiße Tempe-ratur des tropischen Sommers grade so die Kerfe, wie es bei uns dieKälte des Winters thut, und was in unseren Gegenden Kerfe hervor-lockt, scheucht sie in jenen in ihre verborgenen und versteckten Aufent-haltsorte zurück. Doch spricht sich dasselbe Geseh, daß die Kerfe ganzbesonders an das üppige Gedeihen der Pflanzenwelt gebunden sind,auch hierin aus, denn nur während der laueren Regenzeit stehen dietropischen Gewächse in der Blüthe, und werden jetzt von Kerfen allerArt heimgesucht.

*) Xnalecta eiUnmoloxicL. I'ax. 33- seq.

**) Germar's Magazin. 4. Bd. S- 411 u- ff.