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Vierter Abschnitt. Taxonomie.
Nach diesen Verhältnissen richtet sich der Bau jener, und sie belehrenuns umgekehrt über diese. Wenn freilich wegen der Schwierigkeitihrer Untersuchung und Beobachtung sich Manches gegen diese Wahleinwenden laßt, so ist das doch kein hinreichender Grnnd, sie ganz zuverwerfen. Fleiß und Ausdauer leisten darin sehr viel, wie die treff-lichen Arbeiten vieler neueren Entomologen, z. B. Savigny's, bewei-sen, von dessen vergleichender Darstellung der Mundtheile, und beson-ders seiner Untersuchung des Maules der Schmetterlinge, sich eineneue Periode in der Geschichte der Entomologie datiren laßt*).
Hat man einmal ein so wichtiges Moment aufgefunden, so ist dieBestimmung der Gattung eben nicht schwer; man darf nur untcrsu- ^cheu, ob die übrigen Korpertheilc mit den Abweichungen in den Mund-theilen gleichen Schritt halten; ist dies der Fall, so ist die Gattung '
natürlich, wenn nicht, erkünstelt und überflüssig. — Dies gilt auch von !
der Einführung der Flügelgeäders zur Bestimmung von Gattungen. >Zn manchen Familien hängt die Abweichung desselben so gcnan mitder Bildung des ganzen Körpers zusammen, daß eine bloße Ansicht ^des Flügels schon hinreichend über die Gattungsvcrschicdcnhcit unsbelehren kaun; oft aber ist dies nicht der Fall, und die Gattung UIwm-pltomvia deshalb von IlmpI« zu trennen, weil sie eine Nippe
an der Spihe des Flügels weniger hat, während der ganze übrigeBau bei beiden übereinstimmt, ist durchaus künstlich, und kann nebenden Prinzipien einer natürlichen Systematik nicht bestehen. SolcheVerhältnisse darf man nur gebrauchen, um Abtheilungen innerhalb derGränzen einer Gattung zu bezeichnen, und so das Auffinden einer Artunter den vielen zu erleichtern, wie dies auch von Meigen bei Inm-nobia versucht wurde; aber zum Charakter einer wahren Gattung kanneine Abweichung im Flügelgeädcr nicht erhoben werden. Möchten dochalle Entomologen, welche sich mit der Gründung von neuen Gattun-gen abgeben, des Linneischcn Ausspruches eingedenk sein, „daß derCharakter nicht die Gattung schaffe, sondern die von der Natur gebil-dete Gattung den Charakter hervorrufe."
§. 330 .
Uebrigens läßt sich von: Werth gewisser Organe für die Bestim-mung der Gattungen wenig allgemein Gültiges behaupten, denn selbstdie Freßwerkzeuge sind bei wahrhaft verschiedenen Gattungen mitunter
*) Man vergleiche dessen IVl6moire§ sur les animaux 52 NL vertekres. I* 2 r. 1816. 8.sv. Vol I«