Drittes Kapitel. Nomenklatur.
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§. 359 .
Eine zweite Adjektivcndung für Familiennamen ist die durch Zu/sammensetzung mit -Äo?, welche die griechische Endung o-s-k,,? odergiebt, entstandene. Auch sie drückt die Achnlichkeit mit dem Begriff desStammwortes aus, kann aber nur mit solchen Wörtern verbunden werden,welche aus der griechischen Sprache hcrstammen. Nichtsdestowenigerfinden wir schon seit Linne Verstöße gegen diese Regel, z. B. cur-culionoiües, abgeleitet von curoulio, der Kornwurm, und dieser grie-chischen Endung. Aus darin fehlte man oft, daß man diese Endungan den Nominativ hing, da sie doch, wie bei allen Zusammensetzungen,an den Stamm, also an den Genitiv »ach abgeworfener Genitiv,endung, gesetzt werden mußte. Die Lateiner haben, so viel ich weiß,kein auf diese Weise gebildetes, griechisches Wort in ihre Spracheaufgenommen, und daher können wir über die Umwandlungen, welchesie bei diesem Uebergange erleiden müßen nur der Analogie ngch ent,scheiden. Im Griechischen sind sie geueris ovmnnmw und werdennach der dritten, zusammengezogenen Deklination fiektirt. Passendwürden sie daher beim Uebergange ins Lateinische ebenfalls in diedritte Deklination verwiesen und den gleichendenden, ursprünglich grie,chischcn Wörtern (meistens Eigennamen, z. B. Llloibiaüos) analogverändert. So habe ich diese Namen behandelt, aber im Neutrum,des Unterschieds halber, die unzusammengczogenc griechische Form ge,lassen, z. B. llarslioüoa statt tlarskioüa. — Noch kann man zwcifel,hast sein, ob man viclos oder oüos schreiben solle, da bei alten Auto,ren selbst beide Formen vorkommen, z. B. bei Aristoteles >-«»«,4ore-und und oroniijüw's,^. Buttmann giebt
die Form oiäes als richtiger an, weil in der alten Sprache dasDigamma hatte*), allein ich habe die zusammengezogene Form ge,wählt, theils weil sie kürzer ist, theils weil sie bei Aristoteles häu,figer vorkommt, z. B. nur u. a. m.
§. 360 .
Außer diesen beiden Adjektivformcn kommen noch Substantiv»zur Bezeichnung der Familien vor. Neuerdings nehmlich hat man dieForm der griechischen Patronymika zur Bildung der Familiennamenverwendet, allein diese können ebenfalls nur aus ächt griechischen Wör,
»1 Griechische Grammatik. Zehnte Sluü. Bert 1822. S, SZ4. s, 104. 14. b. und S.4W. z. 105. 2. Anmcrk. 1. und eiste ring. S. 555, z. 119.14. b. und z. 12». r. Allmerk. 1.