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Allgemeine Entomologie / von Hermann Burmeister
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695
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Drittes Kapitel. Nomenklatur. 695

gens sucht man durch diese Namen höherer Gruppen ebenfalls gerneihren Charakter auszudrücken.

§. 362.

Die Artnamen (nomina trivial!») werden auf dreifache Weisegebildet. Sie sind entweder reine Adjektiv«, oder Substantiv« in Ap-position zum Gattungsnamen, oder Prädikarsgenitiva, welche eine Be-ziehung zu dem Dinge, von welchem der Name hergeleitet ist, aus,drücken sollen.

Die Adjektiv» werden gewöhnlich von der merkwürdigsten undam meisten in die Augen fallenden Eigenschaft des Kerfs hergeleitet,und beziehen sich auf Form, Farbe, allgemeine Bedeckungen, Skulptur,Größe, u. dgl. m. Allgemeine Regeln über die Ableitung derselbenlassen sich nicht gut aufstellen, es muß dem Gefühl Jedes, der Artenbenennt, überlassen bleiben, schickliche Namen auszuwählen. Es istdies ein Gegenstand, an welchem der Naturforscher Witz und Scharf-sinn beweisen kann, und wir können in dieser Hinsicht nicht genugdas Talent des unsterblichen Linne bewundern; auch Fabricius hatin der Regel recht gute Namen ersonnen. Vergleichungsgrade willaber dieser als Artnamen nicht gelten lassen, weil man nehmlich immernicht wissen kann, ob die Art, welche man als die kleinste bezeichnet,wirklich die kleinste von allen ist; allein wo sie einmal sind, muß mausie doch lassen, wenn sie nicht, durch Entdeckung einer sie übertreffen-den Art, unrichtig werden. Ebenso sucht Fabricius die vom Auf-enthaltsorte, der Zeit des Erscheinens u. s. w. hergeleiteten Artnamenzu verbannen, doch geht er hierin wohl zu weit; wenn man das Feldso sehr beschneiden will, so bleiben am Ende keine Adjektiv« für Art-namen übrig. Auch halten sich viele Kerfe an ganz bestimmten Stel-len auf, und warum sollen denn diese nicht darnach benannt werden?Indeß kommt es auch wohl vor, daß Thiere einen Namen führen,welcher für sie durchaus nicht paßt, z. B. die Vogelgattung Luplione,von welcher Reisende gezeigt haben, daß ihre Anen gar nicht singenkönnen.

§. 363.

Die snbstantivcn Artnamcn beziehen sich entweder auf die Ähn-lichkeit, die das Kerf mit dem Gegenstände seines Namens hat, seidiese Ähnlichkeit in der Form, oder in der Farbe, oder in anderenEigenschaften ausgedrückt. So ist z. B. ^.mxlücoma vulpes rauh