Band 
Der Vögel zweyter Theil.
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io8 Die Wachtel.

dieWachteln auf eine Zeitlang. Der Man« ist wü-thend vor Hitze. Aber bald verlaßt er sein Weib wie-der, stoßt sie auch wohl mit dem Schnabel von sich,und bürdet ihr dje Last der Erziehung allein auf.Wiesen und Felder, nie aber Bäume, sind ihr Auf-enthalt, Weitze», Hirse, grüne Pflanzen, Gesame,Jnfteten jhreNahrung. Sie saufen wenig und selten.Und doch sind sie einer sonderbaren Krankheit ausge-setzt, bey der ihnen beständig ein Tropfen Wasseram Schnabel hängt.

Im May, wenn der Weihen bereits hoch genugist, sie zu verbergen, kommen sie aus Afrika zu uns,wohin sie im September ziehen. Wenn dieser allge-waltige Trieb zur Wanderschaft erwacht, so fühlenihn auch die Eingesperrten; selbst die, die von ihrerJugend an die Süßigkeit der Freyheit nie kennen ge-lernt habe». Man bemerkt im Aprist und Septem-ber an ihnen den Tag über Niedergeschlagenheit undTraurigkeit, eine Stunde vor Sonnenuntergangaber die heftigsteUnruhe.NachtlicherWeile wanderndieWachteln. EinUmstaud, dcrzuverlaßigcr ist, alswaS Plinius erzählt, ein Schwärm Wachteln habesich auf ein Schiffgesetzt und durch fein Gewicht eSversenkt. Nicht die Kälte scheint der Grund ihres