Zr6 Die Nachtigall.
Sproffer führt, da hingegen die kleinere derRokhvogcl heißt. Jener hat einen dickern Kopf,,einen schmutzig rostbraunen Schwanz, und eine»stärkern, schmerlerndeil Gesang; dieser aber, mitdem wir es jetzt vorzüglich zu thun haben, verdientden Vorzug in Absicht aufdie Reinheit undAnnehm-lichkeit desselben. Im Aastande der Nachtigallherrscht ein gewisser edler Stolz. Ihren Schwanzträgt sie immer etwas erhaben und macht Bewegun-gen damit. Alles beobachtet sie mit einem ernsthaftforschenden Auge. Ihr Gesang ist in der That be.zaubernd, und hat besonders dann einen unaus-sprechlichen Rcitz, wenn er in tiefer, mitternachtli-cher Stille ertönt, und die schweigende Natur ihmaufzuhorchen scheint. Mit Vergnügen hören wirden Hänfling, den Finken u. a. aber in der Thatnur so lange,bis dieser unnachahmlicheSänger seineStimme erhebt. Er läßt zuerst einige sanfte Tönehören, als wollte er sein Instrument stimmen jmbflüchtig sein Thema durchlaufen; allmählich hebensie sich; jetzt strömen sie in ihrer ganzen Fülle ausder Kehle; feurige Stöße, starkesSchmettern,wech->seln mit einem sanften Rollen und einem schmach-tenden Ziehen ab, und in der schönsten Verbindung