356 XXVI. Vers. üb. eine befand. Zuckermateri®
kannt ist. Dieses Pflaster ist eine Art Seife, welch®zwar vorn Wasser nicht aufgelöset wird, doch aberzum Theil in starkem Weingeist durch Reibung auf'lösbar ist.
Das Verfahren, um diese Süßigkeit zu erlangen, ißfolgendes: Man kocht einen Theil feingepulvertestBleykalk oder Silberglätte, mit zwey Theilen frischestBaumöl, und einem Theile Wasser, wobey man be'ständig mit einem Spatel rührt, bis aller Bleykalk votstOele aufgelöst ist, dann gleist man wieder einen TheilWasser zu, und kocht es noch ein paar Minuten, wor-auf man den Kessel vorn Feuer nimmt, und bey-seite fetzt.
Wenn das Pflaster kalt ist, gleiset man das Was-ser ah, das oben aufstehet, und nun diese Süssigkehenthält, dieses Wasser wird filtrirt, und so lange ge-kocht, bis der Rest so dick als Syrup wird.
Da der Bley kalk einigen Säuren einen füfsen Ge-schmack mittheilt, so ist natürlich, auf den Gedankestzu fallen, eine Säure im Oele habe den Bleykalk ab-gegriffen, und daher sey die Süfsigkeit zu erklärest»aber alsdann müfste durch Zusatz von Alkalien, ode fVitriolsäure, wieder Bley kalk gefallet werden; alleist'es geschiehet keine Fällung, wenn nicht das Oelund ranzich gewesen ist, denn dann enthält diese Süßig-keit ein wenig Bleykalk, welcher sich doch durch vor-sichtige gehörige Beymischung der Vitriolsäurevon absondern lässt.