Band 
Zweyter Theil.
Seite
83
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die Lage desselben gegen unser Auge die zu diesen Erschei-nungen nüthige Schiefe hat.

Die Bewohner des ersten Satelliten sehen den Durch-messer Saturns unter dem Winkel von 25, und den des Ringessogar unter dem Winkel von 55 Graden. Da der Ring inder Ebene des Äquators des Planeten liegt, so kann er vonden Tropenländern Saturns nicht gesehen werden, weil erdiesen nur die innere, von der Sonne nie beleuchtete Kantezuwendet, mit seiner Dicke eine breite Zone des Himmelsbedeckt, und zugleich die in der Ebene dieses Ringes sichbewegenden Satelliten ganz unsichtbar macht. Eben so we-nig kann der Ring den Bewohnern der beyden Polargegen-den sichtbar seyn, da er immer unter ihrem Horizont liegt.Erst in der Entfernung von 35 Graden von den Polen wirder in seiner ganzen Breite, unter einem Winkel von i3 Gra-den, und zwar in der Nähe des Horizontes sichtbar. Nichtminder nachtheilig , als die Sichtbarkeit, scheint seine Be-leuchtung zu seyn. Zur Zeit der Äquinoctien , alle i5 unse-ser Jahre , beleuchtet die Sonne nur die äussere, von Sa-turn abgekehrte Kante des Ringes. Zu allen andern Zeitenaber ist er nur auf jener Seite des Äquators beleuchtet, aufwelcher zugleich die Sonne steht, während er der Hemi-sphäre, die eben Wjnter hat, unsichtbar ist, und ihnen ei-nen grossen Theil des gestirnten Himmels bedeckt, so dassdort ganze grosse Zonen Jahre lang dauernde totale Finster-nisse haben. Selbst diese Beleuchtung der Sommerhemisphärehat nur bey Tage Statt, weil in der darauf folgenden Nachtder vorhin beleuchtete Theil des Ringes in den Schattentritt, welchen die Nachtseite Saturns hinter sich wirft. DieseUmstände, verbunden mit den fünfzehnjährigen Wintern undden eben so langen Nächten, mit den weit verbreiteten undso lange dauernden Finsternissen, und mit der hundertmahlschwächeren Beleuchtung der kleinen Sonne setzen ohneZweifel Bewohner dieser Körper voraus, die von denen un-serer Erde sehr verschieden seyn werden.

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