704 Erdöhl.
kunst, als in den Apotheken sehr nützlich an«wenden. Aus ihm wird Schwefelsäure undZinnober bereitet, er ist-ein Bestandtheil desScyießpulvers , in jeder Küche findet manSchwcfe^hölzchen und Schwefelfadcn, der Feu-erwerker benutzt ihn häufig bey der Verfertigungseiner schönen aber schnell vorübergehenden Mei-sterstücke , er grbt, mit andern Bestandtheilenvermengt, einen Kitt, der Schwefcldampf macht- die Wolle und die Seide weiß, zieht rotheSaftfiecken aus, und benimmt sogar der Kö-niginn der Blumen, der Rose, über angebrann-te Schwefclblumen gehalten, ihr natürlichesRosenroth, welches er für eine Zeit lang inWeiß umwandelt. Schwefel tobtet die Insekten,und wird zur Ausschwcflung der Weinfässer,leider aber auch von gewissenlosen Wcinhänd«lern zur Verfälschung des edlen Rebensaftesangewendet.
Der Ursprung der Erdharze, dieser theilsöhligeu, theils dem Baumharze mehr oder we-niger ähnlichen Fvßilien, scheint um so mehrdem Reiche der Vcgetabilien anzugehören, alsbis jetzt ke-.ne mineralische Ohle enthaltendenKörper entdeckt wurden. Zum Erdharz - Ge-schlecht wird gerechnet das Erd - oder Stein-öhl , auch Bergöhl, bilumen petroJeum;Naphta liquides, von weichem wir zuerst dasgemeine flüssige trübe Erdöhl, Steinöhl,