Band 
Erster Theil.
Seite
58
JPEG-Download
 

58 INSTRUMENTE. DER APPARAT ZUR MESSUNG DER GRUNDLINIE.

wenden, hielt ich es aber für geeigneter, auf der Platte einen feinen Strich aufSilber zu ziehen, und auf diesen eins der mikrometrischen Mikroskope von Pistorzu richten, mit welchem ich die Theilung des Meridiankreises untersucht hatte.(Obs. Dorp. Vol. VI.) An der Schraube x dieses Mikroskops, welche ein Kreutzzweier sich unter 20° durchschneidenden Spinnefäden bewegt, läfst sich die Ver-stellung des Striches auf der Platte mit der grofsen Sicherheit messen, welchedieser so vollkommne Apparat gewährt. Das Mikroskop ist aus der Zeichnungleicht verständlich; auch sieht inan, wie das Mctallstiick a zur Aufstellung desselbenan den Ralken befestigt ist. Ein Umgang dieser Schraube entspricht fast genauLinie; die Scheibe theilt den Umgang in 100 Theile, deren Zehntheile = äölsönie man ablescn kann.

Mein Mafsvergleieher ist also eigentlich ein Schustermafs, aber in grofser Dimen-sion und gesteigerter Genauigkeit. Fig. 17 zeigt wie die Stange N zwischen derWiderlage y und dem messenden Theile J liegt. Sie ruht nemlich auf zwei dereisernen Dreifiifse, die in Fig. 1 und 2 für die Aufstellung der Melsstangen ge-braucht sind. Diese stützen sich aber nicht auf dem mittleren Ralken, sondern aufden 2 Seitenbalken, so dafs der eigentliche Mafsvergleieher am mittleren Ralkendurch das Gewicht des zu messenden Körpers gar keine Veränderung erleiden kann.Jeder Apparat, hei dem das Gewicht der Stange auf dem Mafsvergleieher selbst ruht,ist ein unvollkoinmner.

Soll die Stange N auf den Mafsvergleieher gebracht werden, so zieht manmit der Schraube ft, Fig. 19, den Fühlhebel zurück, um Spielraum zu gewinnen.Dann giebt man durch die Schrauben der eisernen Dreifiifse der Stange die gehörigeRichtung. Mit dem auf den Stift c, Fig. 17, aufzusetzenden Schlüssel f, Fig. 1,wird nun das eine Stangenende bei y, Fig. 17, in eine Entfernung von etwa Li-nie von der polirten Fläche des Widerlageknopfs i, Fig. 22, gebracht, und danndie Druckschraube g, Fig. 17, wodurch die Stange im runden Lager festgestelltwird, geschlossen, und der Schlüssel f abgehoben. Nun wird eine Schnur, derenZug über eine Rolle parallel mit der Achse der Stange ist, auf den Stift e aufge-hängt, und dann durch das mit Gewichten beschwerte Gefäfs r eine Kraft ausgeüht,die gerade hinrüicht, die Friction der Stange in den Lagern zu überwinden und die-selbe sanft gegen die Widerlage y zu ziehen, ohne auf diese einen irgend erhebli-chen Druck auszuüben. Im Fall aber eine der 4 Melsstangen A, E, C, D auf «lenMafsvergleieher kommt: so wird gegen die Widerlage y das Fiihlhebelcnde ß,Fig. 11, und gegen den Fühlhebcl des Vergleichers das feste Ende der Stange «,