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Einleitung zu der Kräuterkenntniss / von Georg Christian Oeder
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106
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106 Einleitung

warten iſt. Es iſt aber uͤberhaupt auch von allennoch unbekannten Kraͤutern, wo ſie auch wachſen undauf den Erfinder warten, und ſo groß wir uns auchihre Anzahl vorſtellen moͤgen, nichts zu beſorgen,weil wenigſtens die Anzahl neuer Pflanzen, welchezu einer Zeit ans Licht kommen, in Anſehung dervorhin bekannten jedesmal nur gering iſt, und esnicht lang waͤhret, ehe dieſe neue Ankoͤmmlinge inden Verzeichniſſen der ee untergebracht,und bey der Gelegenheit die Verbeſſerungen in denCharacteren der vorhin öh ande Pflanzen, wozu dieſe Ankoͤmmlinge Anlaß geben koͤnnen, gemachetwerden.3

Ueberdem hat man Mittel, die Zweydeutigkeitzu heben, welche zuweilen bey einigen unter ſo dielenCharacteren um ſo viel leichter unvermerkt ſich einſchleichen kann, weil der Botaniſt bey ihrer Entwerfung billig der Kuͤrze befliſſen iſt, und nur die ausgeſuchteſten Merkmale in einen Character zu bringenſucht, und d dieſe Mittel ſind gemeiniglich im vorausvorhanden, daß man bey ſolcher vorfallenden Zweydeutigkeit die Zuflucht dazu nehmen kann. DieſeMittel ſind Beſchreibungen und Abbildungen.Die Beſchreibungen geben mehr Eigenſchaften an,die der Botaniſt aus dem kurzgefaßten Characterausgelaſſen hat, weil ſie ihm keine entſcheidendeMerkmale zu ſeyn ſchienen, die es aber in einem vonihm