Buch 
Einleitung zu der Kräuterkenntniss / von Georg Christian Oeder
Seite
124
JPEG-Download
 

124 Einleitung

Verbindung mit einander geſetzte Charactere einander halten, und einer zu Wiederherſtellung des andern Anlaß geben, ſo lang nicht der ganze Grundrißaus dem Gedaͤchtniſſe verſchwunden iſt.n

Eine andre Betrachtung gibt uns Anlaß einenUnterſchied zwiſchen abfaͤlligen und durchgaͤngigenMerkmalen zu machen. Nemlich wenn man irgend eine wahre natuͤrliche Claſſe von Kraͤutern, deren Uebereinſtimmung im ganzen unlaͤugbar in dieAugen faͤllt, naher und theilweiſe nach den einzelnenMerkmalen unterſuchet, ſo findet man, daß jedesdieſer Merkmale insbeſondre, wenn es gleich an denmeiſten Arten der Claſſe vorhanden iſt, dennoch anein oder anderer Art, und ſolcher Geſtalt bald dieſesbald jenes Merkmal an einigen Arten fehlet, und nurwenige Merkmale an allen Arten der Claſſe ohneAusnahme gegenwaͤrtig ſind; und wenn man fernerdieſelde Claſſe mit andern verwandten natuͤrlichenClaſſen vergleichet, ſo findet man dieſe abfaͤlligeMerkmale wieder in Verbindung mit verſchiedentlichenin der erſten Claſſe ganz manglenden Eigenſchaften.

Man vermerket auch hier die in der ganzen Naturherrſchende tiefe Kunſt in der vielfaͤltigen Verbindungder Theile unter einander und eines jeden mit dem Gan-zen; die Natur hat Verwandtſchaften der Claſſen desPflanzenreiches auf allen Seiten errichtet, und machtdamit bey allen Syſtemen der Botaniſten, welchenur