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Einleitung zu der Kräuterkenntniss / von Georg Christian Oeder
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zu der Kraͤuterkenntniß. 127

wie dieſer, ſeinen Schuͤlern ſagen, daß an allenWerken der Natur nichts veraͤchtlich iſt, und dasanſtoͤſſige blos in dem verdorbenen Herzen und Ein-bildungskraft lieget, er muͤſte eine gebuͤhrendeErnſthaftigkeit von ihnen fordern, und mit Vorausſetzung dieſer der Natur und den Sitten ſchuldigenEhrerbietung, kann wirklich ein Forſcher des Thierreiches, oder Zoologiſt, nicht umhin, die von derNatur in den Claſſen des Thierreiches angebrachteVerſchiedenheiten auch in dieſen Theilen zu bemerken.Wenn bey den Pflanzen die Fruchtwerkzeuge desBotaniſten vorzuͤgliche Achtung verdienen ſollen,weil man ſie fuͤr beſonders weſentlich haͤlt, ſind denndie zu gleichen Endzwecken beſtimmte Theile der animaliſchen Struktur weniger weſentlich? Und wennſich, wie wir ſehen, das Thierreich ohne Ruͤckſichtauf dieſe Theile ordnen laͤſſet, warum ſolten wir imPflanzenreiche verbunden ſeyn, uns daran allein zuhalten?

Koͤnnen uns nicht unbeſtimmte Begriffe beydem Worte weſentlich taͤuſchen? Ein Theil der organiſchen Struktur kann vorzüglich fuͤr einem andern,zu der Fortdauer des Lebens eines individuellen Geſchoͤpfes mehr oder weniger entbehrlich ſeyn, aberkann irgend ein Theil mit meher Recht als jeder anderer weſentlich genennet werden, und gehoͤret nichtdie Klaue des Loͤben zum Begriff von ſeinem Weſeneben ſowohl, als ſein Kopf? Wenn der Erdkreiß,

ſo