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Einleitung zu der Kräuterkenntniss / von Georg Christian Oeder
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129
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zu der Kraͤuterkenntniß. 129

vollzaͤhlich, der Fruchtwerkzeuge iſt eine betraͤchtlicheAnzahl, und ihre Modificationen ſind zahlreich, ſiegeben alſo eine groſſe Anzahl Merkmale an die Hand,auch ſind ſie uͤberhaupt merklich leichter zu abſtra-hiren, als die im Anſchen liegende Merkmale. Ausdieſer Ursache erhielten die Fruchtwerkzeuge in allerAugen einen groſſen Vorzug, als man nach Errichtung botaniſcher Gaͤrten anfieng, die Pflanzenmit mehr Muſſe und Sorgfalt zu betrachten, alsden erſten Erfindern der Pflanzen, welche ſie in demweiten Schooſſe der Natur wildwachſend aufſuchenmuſten, moͤglich war, und als man anfieng aufSyſteme zu gedencken, woran ſich wirklich auſſer Umſtaͤnden die eine beqveme und anhaltende Betrachtungzulaſſen, gar nicht gedenken laͤſſet. Dieſe Erfinderhielten ſich vorzuͤglich an die zu aller Zeit vorhandeneTheile der Pflanzen, und dabey vornehmlich an dieForm und den Umriß, der unter allen ihren Eigen-ſchaften am wenigſten zur Sache thut. Man befandſich alſo bey den Fruchtwerkzeugen, in Vergleichungmit den Erfindern ſo wohl, daß eine Geringſchaͤtzigkeit be Theile der Kraͤuter, womit es jenenſo ſchlecht ingen war, nur allzunaluͤrlich fiel,und zuf dieſe ee hat man nachher Beweiſeaus der Phyſiologie hernehmen zu koͤnnen geglaubet.

Nun nachdem die Methoden von den FructificationsTheilen nach gerade erſchoͤpfet ſind, und bey demBeſtreben nach der Erfindung einer natuͤrlichen Me

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