Band 
Zweyter Band.
Seite
176
JPEG-Download
 

warm mittelmäßig/ sein Aufwand weise und sparsam deti-selben gemäß Bey ziemlich schwacher Gesundheit war ek ^doch auch nicht kränklich. Seit mehreren Jahren liesst ,von Zeit zu Zeit emtrettende heftige Kolickschmerzcn; diedann doch wieder bald verschwanden / einen gefährliche"wahrscheinlich ererbten Gichtstoff im Körper befürcht"'Zu Ende deö Jahres 1788 da er Professor der Theologieund mit einer Menge neuer Geschäften beladen ward, ar-beitete er mit ungewöhnlicher Anstrengung von früh Mor-gens z oder 4 Uhr. — Der sehr harte Winter verbünde"mit jener Anstrengung erschöpften seine Kräfte — ei"Schleimfieber befiehl ihn / von dem er sich langsam zu er-holen schien / als ihn z« Anfang des May Monats 89 ei"Nervcnschlag traf/ der ihm die eine Seile lähmte uiftdas Bewußtseyn raubte / den i-ften verschied er.

Sein Tod verbreitete tiefe und allgemeine Trauerunter den Seinen / unter Freunden / Bekannten und Un-bekannten. Die ganze Stadt betraurte 'ihren Wohlthä-ther / und gewiß war auch kein einzelner der sich seine»Todes gefreut, oder ihn bald vergessen hätte. Wahrhaftgrosser Männer Verlurft fühlt man selbst nach einigerZeit tiefer als gerade im Anfang. Das war auch hierder Fall; noch fliestet seinem Andenken manche Thräne.Seine Schüler liessen — was sie ehmals auch BodmerNthaten, sein wshlgetroffenes Bild auf einer Denkmünzeverewigen.

In der Mitte seines männlichen Alters weggerufen,von dieser Erde, war sein Leben doch nicht kurz — dakein thaten-nnd tugendreicheS Leben kurz genennt werdendarf. Schön und glücklich nenn' ich den Tod, aus derMim dankerfüllter Seinen und Freunde, allgemein geehrtund allgemein geliebt, nach vollbrachten segenSvollen undjinmerdaureuden Arbeiten, gleichsam plözlich versezt ;N