Jaevö Heß.
Derselbe ward den 21. Weinm. 1741 gebohren. Jüder Kindheit ward er dem Unterricht seines Oheims,Heinrich Goßweilers, damaligen Pfarrers zu Affoltern,anvertraut. Diesen geschickten und liebenswürdigen Man»kostete es nicht wenig Mühe, bis er endlich dem junge»Neffen, bey aller seiner Neigung zum Tändeln, nach undnach etwas Bücherliebe einflößte. Am liebsten las er nochNeiscbcschreibungen und historische Nachrichten. Lateinlernte er nicht ohne Widerwillen. Da er in keine Schulekam, so hatte er sein Lesen, seine Kurzweil und alles ab»gesöndert für sich allein; daher nahm er ein ungeselliges,lcutscheues Wesen an sich. Nicht ohne Mühe konnte er sich da»von entwöhnen. Indeß entwickelten sich freylich seine Seelen»kräfte freyer als es in der Stadt und in der Schule geschehenwär. Zum Landleben und zur Einsamkeit bekam er sostarke Neigung, daß ihm hernach der Aufenthalt in derStadt wieder zur Last ward. In der Stadt hatte erdem Unterricht des sei. Pfarrer Freytaqs alles zudanken. Vermittelst dessen Handlcitung brachte ers stweit, daß er im I. 17;; in die philologische Classe deslhöhernCoüegiums befördert worden. In der griechische»Sprache brachte er es unter Breitingcrs Aufsicht sehrweit. Breitmger und Bodmer nahmen sich des Jünglingseifrig an. Einige hoffnungsvolle Jugendgefehrten forder»ten ihn zu freundschaftlichem Wetteifer auf. Izt nalMEhrbegierde von seinem Herzen Besitz; diese Leidenschaftschien durch Heftigkeit seinem moralischen Charakter nach»theilig zu werden; nicht ohne beschwerlichen Kampf gc»lang ihm der Sieg über sich selber. Auch waren nun-mehr seine Studien fast lauter Lieblingsstudien; manchesErnsthaftere ward htebey versäumet. Doch gewann er