Band 
Der Fische zweyter Theil.
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Der Lippfisch.

kurzen Lippenknochen, die aber nicht immer sichtbarsind, geben schickliche Gartungskennzcichen ab, und'haben ihnen ihren Deutschen und Lateinischen Nah-men , so wie'wahrscheinlich auch den Französischen Vieille, erworben. Es ist nähmlich bekannt, daß beyden Fischen die obere Kinnlade sich vor- und rück-wärts schieben läßt. Sie besteht aber nicht aus ei-nem Stlkcke, soffdern aus zwey Knochen, die vornzusammentreffen. Gerade hier befindet sich nun einaufwärts gehender Fortsatz. ' Über dieser eigcnt-lichenKinNlade bemerkt man einen dünnenKnochen,der gleichsam eine zweyteKinnladc bildet, und dessenschmalerer Theil sich vorn befindet, da hingegen.derbreitere auf beyden Seiten über den Winkel desMundes wegreicht. Man kann diesen Theil wederKinnladen noch Lippen nennen; denn unter den letz-tem versteht man immer etwasWeiches, Fleischiges,und bey Kinnladen erwartekman, daß. fiemitZäh-nen besetzt seyen, und oben und unten eine sey, diesich berühren. Allein das alles findet bey den Thei-len derLippfische, von denen wir reden, nichtStakt.Es ist daher schicklicher, sieLippcnknochenzu nennen.Man findet sie bey allen Lippfischen, obwohl diestarken und breiten Lippen sie so bedecken, daß mansie nicht wahrnimmt.