22 Beobachtungen über die Blattläuse.
Cs war der zwanzigste May, des Abends gegen fünfUhr, als meine Blattlaus, gleich nach ihrer Geburt, in diejetzt beschriebene Einsiedelei) eingesetzet wurde"). Von derZeit an war ich darauf bedacht, ein genaues Tagebuch ihresLebens zu halten. Darin habe ich alles, bis auf ihre ge-ringsten Bewegungen angemerkt. Nicht ein einziger vonihren Schritten schien mir gleichgültig zu seyn. Ich habe
sie
n) Herr Bonner hat durch sein Exempel bewiesen, daß manauch solche kleine uird gering scheinende Naturbegcbenhcitcn,'in der Sprache des angenehmsten Romans, beschreibenkönne. Er sagt in der Betrachtung über Vie Natur.S. 191. „Nehmet ein Junges, so bald es gebohren ist;„setzet es augenblicklich in ein Glas vollkommen allein, und„wendet die äusserste Genauigkeit, und mehr als Argnsau-„gen an, dessen Jungferschaft zu behüten. Wenn dieses„kleine Einsiedlergen ein gewisses Wachsthum erreichet har;„so sänget es an zu gebähren, und in Zeit von etlichen Ta-„gen erblickt ihr es mitten unter einer zahlreichen Familie.„Machet mir einem einzelnen dieser Zungen den nemlichen„Versuch, wie mit dem Alten. Der neue Eremit wird sich,„wie seine Mutter vermehren; und eins von diesem zweiten„Geschlechte wird wiederum so fruchtbar, als das erste seyn.„Wiederholet den Versuch von Geschlecht zu Geschlecht mir„gleicher Sorgfalt, mit gleicher Vorsichtigkeit, mit gleichem„Mißtrauen; sehet ihn, wenn ihr so viel Geduld habt, bis„aufs neunte Geschlecht fort, und ihr werdet in allen Ge-schlechten fruchtbare Jungfern bekommen. „
Wem wird diese Stelle nicht gefallen? Wogten dochstatt der schaalcn uns vergiftenden Romane, lauter solcheedle und unterhaltende Romane der wundervollen Natur ge-schrieben werden! Dies war der patriotische Wunsch des-Herrn von sslem. pour tervir ü. l'Iülloire äes
InleÄes 1 '. I. p. 11. „Der Geschmack des wunderbaren„ist allgemein. Nach demselben liefet man viel lieber No-„manen, Histörchen, Arabische und Persianische Erzählungen:„selbst Feengeschichte, als wahre Begebenheiten. Es findet„sich nirgends so viel Wunderbares, und so viel wahres Wun-„derbare, als in der Geschichte der Insekten; aber wir har„ben in unsrer Sprache davon zu wenig Bücher,, u. s. w.Ueb.