Buch 
Die Gletscher der Jetztzeit : eine Zusammenstellung und Prüfung ihrer Erscheinungen und Gesetze / von Albert Mousson
Entstehung
Seite
47
JPEG-Download
 

47

Sprünge von den starkem Absonderungen aus und sindvornehmlich an die Nähe der Oberfläche gebunden. Dieletztem sind, wie Charpentier fi9 angedeutet und Schlaginweits 70scharfsinnige Untersuchungen sehr wahrscheinlich gemachthaben, eine Wirkung der äussern Kälte. Da nämlich dieContraction des Eises durch Kälte bedeutend ist 71 , nachBrunner 72 V 2 G 700 ! nach Struve 73 Vmaoo für 1° C., sowird die Kälte einzelner oder mehrerer Tage eine Con-traction und damit ein mosaikartiges Aufspringen der obernGletscherschicht bewirken müssen, wodurch das Eis für einspäteres Eindringen von Luft und Wasser geöffnet wird.Damit stimmt überein, dass die kleinern Sprünge des weissenEises, wie das Stocken der Filtration es darthut, in 2 bis3 Met. unter der Oberfläche mit einem ziemlich regelmässigenNiveau aufhören, in der Tiefe nämlich, bei welcher derEinfluss der äussern Kälte erlöscht. 74 Näher gegen dieGrenze des Firnes liegt jenes Niveau wegen der grossemKälte tiefer im Eise als nach dem Ende des Gletschers hin.

Was das Gewebe der grossem, tieferreichenden Abson-derungen betrifft, so wurde dasselbe bald als die zufälligeBegränzung des Gletscherkornes 75 betrachtet, das mit dem

69 Charpentier, Essai , p. 70.

70 Scblaginweit, Untersuch., p. 15, 25.

71 llugi hielt stets an der Meinung fest, dass das Eis durch Kältesich ausdehne. Die Gletscher, p. 14.

72 Brunner, Pogg. Ann. LXIV, p. 115.

7 3 Struve, Pogg. Ann. LXIV, p. 298.

74 Schlaginweit, Untersuch., p. 15.

75 Hugi spricht von Gletscherkrystallen, obgleich die Körner alsamorphe Eismassen zu betrachten sind und keine Spur von Kryslall-gefüge besitzen (llugi, Alpenreise, p. 338). Forbes (Lett. XII,Edinb. n. phil. J. 1847, April, p. 151) will am Aar-, Rhone - undAletschgletscher breite kristallinische Blätter beobachtet haben;vermutblich eine oberflächliche Erscheinung.