Spargel. 7» 7
Haber Überwindung kosten. Seine Enthaltsamkeitwird ihm sicher einst durch einen größer» Ertrag»nd eine längere Dauer seiner Spargelbectc reich-lich vergolten. So oft eine Spargelstange abge-stochen wird, treibt jedes Mahl eine neue statt ihrerhervor, und sobald eine Stange in Samen schießt,seht sich jcdesMahl neben ihr ein neues Auge an,dasseine Stange im folgenden Frühjahre hcrvorlrcibt.Je früher man also zu stechen aufhört, um destomehr Zeit gewinnen die neue» Augen, stark zu wer-den. Je später man demnach bis in den Juniushinein fvrtstjchl, um desto später treibt er noch iiu-mer neue Stangen und desto schwacher bleiben dieAugen. Daher wird das schönste Spargclbeet,wenn man habsüchtig iinmer fortsiicht und uichkzurechter Zeit aufzuhören versteht, in den folgende»Jahren immer dünnere Stangei! treiben. Auchhier ist also Mäßigung Mittel— den Genuß zu er»höhen, um besonders schöne, zarte Spargel fürdie Küche zu bekommen, stellt man über sie, wennsie aus der Erde kommen, einen Topf, desj'en Bo-den ein Loch hat, durch welches der Spargclkopfgeht, und noch in der Dicke zunehmen kann. DenTopf füllt man mit lockerer Erde. Durch sie hin-durch wachst der Spargel immerfort, und wirdfast ganz zart und genießbar. Es versieht sich, daßman bey»: Stechen den Topf und die Erde weg-schaffen muß. Auch dem Winter wußte die Er-fiiidsamkeit der Menschen Spargel abzugewinnen.