6z6 Brennessel.
Kaum ist zu glaube», daß Jemand unsere grosseBrennessel nicht kennen sollte, wcßwegen wir auchunsereLeser mit cinerBcschreibung nicht langweilenwollen. Vielmehr wollen wir sie in Hinsicht derdaraus zu erzeugenden Leinwand aufmerksam ma-chen, und bemerken, röie man sich eine gewisseMenge Nesseln, die Einsainmlungskosten abgerech-net, ganz umsonst verschaffen könne: man läßtvon Leuten, welcheLust etwas Nützliches zu arbeitenhaben, gegen den Herbst,wenn diesePflanze Samenhat, an Zäunen, alten Mauern und öden Platzen, soviel sammeln, als man deren habhaft werden kann,bindet sie mit einigen Strohhalmen Handvollweisein Bündel, und behandelt sie übrigens ganz so, wiewir dieses bey dem Hanf schon gesagt haben; je fleis-sigerdie Vorarbeit der Nessel ist, desto vortreffliche-res und feineres Garn kann daraus gesponnen wer-den, welches wie jedes andere brauchbar ist. Dr-S ch ä ffe r machte auch sehr schönes Papier ausNcsseln.Übcrhaupt aber istdiescsGewächs von gros-sem Nutzen , man macht damit öde Berge, die unsihre nackten Felsen entgegenhalten, nach und nachfruchtbar, indem man die Nessel zuvor anpflanzt'worauf sich dann die durch dieVerwesung entstehendeErde in fruchtbares Ackerland, durch die Zurücklas-sung, umändert. Auch in der Medicin wurden dieNesseln angewendet, besonders peitscht man rheu-matische Personen damit, um diese Schmerzendurch andere zu vertreiben.