Verhältniß der Geschlechter. 49H
gar zehn Mädchen, die das Licht der Welt erblicken,aufEinen Knaben. Aber dieß beweiset weiter nichts,als daß die Menschen den regelmäßigen Gang derNaturskören, daß sie durch Lasier und Unordnun-gen ihre Ordnung aufheben können. Und wo Men-schen wohnen, ist das ja sckwn durch sie nur zu oftschon geschehen. Herrscht doch in Osierciland dieVielmänncrey (Polyandrie), und heirathen bei-den Tibetanern wohl fünf Bruder Eine Frau. Aberfreylich fand Förster, daß man bey den Osiereilän-dernsiebzehn Männer aufeinWcibrechnen konnte.Vielleicht läßt sich diese auffallende Erscheinung soerklären,daß während dieMänner imFreyen waren,die in ihren losen, baufälligenHütkcn zurück gcblieb-nenWeibcr von eincmErdbeben übereilt und großenTheils getödtel wurden. Überhaupt isi es nichtschwer den Grund anzugeben, warum in heißen, üp-pigen Ländern, wo weder Vernunft noch Religiondie Macht der Leidenschaften in Schranken halten,das Gleichgewicht zwischen dem männlichen undweiblichen Geschlecht aufgehoben werden mäße.In einem Lande, wo alles seinen ordentlichen Ganggeht, hak man durch Berechnungen gefunden, daßsich die Zahl derjährlichGeborncnzudenwirklichLebenden wie eins zu 26 bis sy verhalte.