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Deliciae urbis Bernæ : Merckwürdigkeiten der hochlöblichen Stadt Bern ... / [Johann Rudolf Gruner]
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204
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2O4 Das funffte Capitel

ein jeder erhielte von ihm urns Geld, was er ver-langte : Als Valerius XnxkL>muz der Stadt-Artztseiner letzten Predig zugehört, und solche Gotts-lästcrliche Wort aus seinern Mund hörete, spracher zu Herrn Schuldheiß von Wattenweil:, WeilSamsons Füchsliu / und rteinrichs Wölfsiin/(Heinrich Wölffiin war sein Dollmetsch) so ver-einbaret predigen wollten/ so sepc ihm dem^errn Schuldheiß Amts halben gebührlich/seine Ganßlin und Schässlin einzurhun. Esschwur auch Herr Venner Weyler zu ende dieserPredig mit unwilligen Worten grob heraus, undsagte: weilie die Habst mit solchem Gewaltversehen waren / daß sie ia/ weil sie die armenSeelen so grosse Pein ausstehen liessen, grau-same Bößwichter, Lauren und Buben seynmüssen. Ein zu Bern von ihme erkausfter Ablaß-Briefwardes Junhalts/ der Käuffer nachdeme eri z. Gulden um den Brief bezahlt, möchte nachBelieben einenBeicht-Vatter erwehlen, Vermö-ge ibn -rbloivireu von allem, auch denen Sünden,(wenige ausgenommen,) die demPabst vorbehalten,und von ihm am Hohen Donnerstag nachgelassenwerden: Gelübt, ausser dreyen, möge er änderen,schrifftliche und andere, auch eydliche Zusagen krafft-loß machen, von jedem Meineyd loß zehlen, in derFasten verbottene Speisen essen re.

Er führte sich zu Bern so trotzig auf, daß einedler und kluger Raths - Herr um ringer wider ihnausgestossener Worten willen knyend vor dem ftol-

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