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Deliciae urbis Bernæ : Merckwürdigkeiten der hochlöblichen Stadt Bern ... / [Johann Rudolf Gruner]
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302
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z O2 Das drepzehende Kapitel.

sehr ärgerlich Leben, so daß sie inner Jahrs Frist16 Faß Wein jedes zu zooMaas verbraucht, änno1499 war Johannes Zicgler von Gruningen, Bru-der-Meister dieses Hauses/ ein gekürter und -emAdel sehr belidter Mann / der lebte im Zweytrachtmit seinen Prüder«/ darum sie vor Rath bescheidenwurden/ da der Meister die Bruder verklagt, sieseyen gottlose Buben, Hurer, Dieben, ungelehr-te Eftl: Hingegen klagten die Bruder aufihn, erscyein L^curer, Atheist, Ketzer, hochmuthig, einPrasser, Spieler rc. Worauf eine Oberkeit anden Ordens-Vicarium zu Stcssansfelden geschrie-ben, wo er nicht verschaffe, daß es mit diesen Bachus-Gesellen besser werde, wollen sie das Haus, welches aus der Bürgern Seckel erbauet, und durch Allmoscu biß daher ernähret worden,», zerstören, dann sie dieser UngeWchen grossen Aergernüssen, durch welche das Volck je mehr und mehr verderbt werde, länger nicht zusehen könn- tm noch wollten.

Der Meister ward gesanglich eingelegt, wel-ches er so liess zu Hcrtzen genommen, daß er sichan einem Bändel selbst erhenckt.

In der ketormLtion wurde dieses Haus ineinen Stadt-Spital veränderet, der Seilern Spi-tal dahin verlegt, und ein Spital - Meister vomgrossen Rath darüber gesetzt, biß 1717, da dieEinkünfften dieses Hauses mit den Einkünfften desuntern oder grossen Spitals vereiniget, und einvireNorMm darüber gesetzet worden, indem eineOberkeit -es Vorhabens einen neuen Spital an statt