Buch 
Die Noachide in zwölf Gesängen von Bodmern / [Johann Jakob Bodmer]
Entstehung
Seite
6
JPEG-Download
 

6

Die Noachide.

Wetterleuchtet die niedere Lust vom Oste zum Weste.

Ihm schien dieses Gewimmel von seiner Höhe hinunterWie des Ameisenhaufens, jedoch bedacht auf Verderben ;

Denn der Krieg war erwacht, und drohte der Erde Verheerung.

Als er lange gesehn, so rief er die Augen zurücke,

Gott lobstngend, der ihn in das sslle Gebirg auf gerettet.

Da er tiefer ins Thal hineingeht, fällt unvcrschns ihmSchlangelnd und eng ein Pfad ins Gesicht, zuvor unbemerket.

Mit neugierigem Fuß erforscht er die steigende Schnecke,

Ohne Besorgniß den Herrn zu erzürnen; er dachte die VorsichtHärte den Felsen vor ihm erösnet, fle wolle gestatten,

Daß er den heiligen Sitz der Unschuld mit Ehrfurcht beträte.

Lange folgt er dem Pfad durch geborstene MarmorklivpenNach, bis drüben er ihn in den Schooß des Berges hinausließ,Oberhalb hüpfte der Berg mit blumigten breiten Terrassen,

Wie mit Stufen an überwallende Hügel qelehnet,

Sanft hinauf zu beyden allmahlig spitzenden Gipfeln.

Wild, von der Kunst nicht bezähmt, bedeckten Haine von CocusEbnen und Neigen < und Sträuche von Myrrhen und Cinnamomus,Eine Wildniß von Weihrauch; die Erde, die alles erzeuget,

Spielest da jungfräulich, wie vor dem Fall sie gewohnt war.Strebend mit beyden Armen zertrennt' er die hindernden Zweige,Bis fein Weg ihn im Oste zu einem gebaueten Raum führt.

Allda hatte die Arbeit dem üppigen Wachsthum gesteuert,

Daß die Füße den Weg mit gemächlichen Tritten betraten.

Jtzo gieng er beschirmt vor der Mittagssonne durch Gänge,

Wo das Vorhaupt ihm Schatten, gekraust von Lorbern, umwölbten;Baum und Staude bekannten die leitende Sorge des Gärtners,

Und itzt trat er in einen gepflanzten Garten; die Blumen,

Die ihr farbigt Gewand an dem zarten Stengel entfalten,

Glänzest» in der Schönheit der herbstlichen Abendivvlken,

Wenn