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Die Noachide in zwölf Gesängen von Bodmern / [Johann Jakob Bodmer]
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85
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Vierter Gesang.

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Alle die hat der Schöpfer entworfen und alle vollendet,

Eh er fo tief sich bückte, die Werke von Staube zu bilden ,

Und das beste der Werke von Staub , den Menfchen von Erde.

Wenn sie die hohen Geschichten enthüllte, fo sanken wir zitterndIhr an den Busen, sie zittert' an unfern. Wir hörten anbetend,Wie die olympischen Geister das Anschaun des Königs der GeisterNaher genössen, und ewige Fest' in den Verböten GottesFeierten vor dem Throne; glückselig in ihrem Gehorsam;

Wie er die Menschen, die jüngeren Brüder der Engel, an GabenNicht verabsäumt, in ihren Verstand mit dem göttlichen FingerSpuren der Gottheit gezeichnet; in ihrem Gehorsam glückselig,

Bis sie das Obst des verbotenen Baums entweihet, ihr RichterDann sie aus seinen Gärten verbannt die Erde zu bauen;

Alle dem Tode verlobt, in den Staub zurücke zu kehren.

Schwer für uns ivar die Arbeit, die großen, die ersten BegriffeVon der Unschuld, dem Fall, dem Gerichte, dem Tobe, zu ordnen.Kurze Geschichten < wie bald erzählt, vvn ewigem Innhalt!

Hätte nicht unsere Mutter den Flug der Gedanken geleitet,

O! so wären sie lang in diesem Mäander geirret.

Tod, der entsetzliche Nahme, zog siebenfältige SchattenUeber dem Haupt auf, wir wären von feinen Schecken versunken,Hätte sie uns die heilende Hand , den Balsam des Lebens,

Nicht gewiesen; vom Anblick des göttlichen Arztes gestärket,

Sahen wir ohne Furcht in die Klüfte des Todes hinunter.

Angeweht von dem Geist, der das Heil der Menschen beräthet,Riefsie: Von Freuden entzückt, und zugleich von Wehmuth erschlagen,Seh ich den heilenden Balsam vor mir l dort hänget die HofaungAller Geschlechter der Menschen ; wer zählt den Reichthum Erbarmens,Der in dem Himmel wohnt? Er nahm das Erbe der MenschenAuf sich, und wälzte den Tod von einer sündigen Welt ab.

Wenn sie die jungen Seelen dek Ruhe benöthigek sahe,

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