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Die Noachide in zwölf Gesängen von Bodmern / [Johann Jakob Bodmer]
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140
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Die Noachide.

Aller Welt wird der Kelch des Zornes zu trinken gegeben;

Und sein Gericht ist gerecht; wer kann die Gerechtigkeit tadeln?Gott ruft laut in den Busen des Sünders die Worte des LebensZwey und dreymal, daß sich das Herz von der Bosheit zum GutenWende; gehorcht er den Boten des Friedens, die innerlich reden,Sieh, so erweiset der Herr ihm Gnad und erläßt ihm die Strafe.Hört er, verhärtet, sie nicht, so schweigt die innere Stimme,

Und die Rache wird losgelassen ihr Amt zu verrichten.

Wenn sie in kurzem kömmt die Erde zu strafen, so kann sieNicht vor unserer Hütte vorüber gehen, daß sie nichtUnS auch berühre: doch hat der Erbarmer gesprochen, von mir sollSie zur Seite hin glitschen; wenn alles Leben zu Grund geht,Sollen mein Haus und ich leben; der Garten des göttlichen PflanzersSoll in die Wasser fallen, die Beste soll unter ihm weichen.

Aber dann will beym Verderben der Richter der Güte gedenken,Will uns, wie nichtig wir gleich vor seiner Unendlichkeit scheinen,Würdigen, neue Geschlechte von uns entspringen zu lassen,

Daß sie die Erde bewohnen, die aus den Wassern sich loSreißt.Fasset in ihrem Umfang die Größe der göttlichen Güte,

Die euch erwählt, damit in der allgemeinen ZerstörungIhr noch den Samen des Menschengeschlechts erhaltet. Wie groß ist,Meine Söhne, daß iedes Geschlecht der Völker und ZungenEuch als die Wurzel verehrt, von der eS den Ursprung gewonnen;Daß die Gerechte» der künftigen Erde, die Frommen, die Edcln,

Alle Propheten und Priester des Herrn, und die Hirten der Völker,

Und die Gefährten, die sich im Staude der Mittler erwählet,

Die das Brod mit ihm essen, des Weinstocks Frucht mit ihm trinken,Von dem Blute, das in euch fließt, das Leben empfangen;

Daß er selbst sich in euer, in sterbliches Fleisch sich verhüllet!

Aber auch groß ist, daß euch zum Dienste die andern Geschöpfe,

In der Verwüstung verschont, mit euch zum Leben bestimmt sind,

Etliche