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Es wird immerhin gewagt erscheinen, die fast zum Sprichwort gewor-dene Productionskraft unsers Th. auf 10 Schriften zu beschränken, und dasohne die strenge und scharfe Abwägung aller einzelnen Momente, wie man esin ähnlichen Untersuchungen bei den alten Autoren gewohnt ist. Aber be-reits ist angegeben worden, wie hier, ausser wenigen leitenden Kennzeichen,besonders der jedem aufmerksamen Leser sich aufdringende Gesammteindruckzu entscheiden habe. Dieses Berufen auf das Durchlesen und Vergleichenjener Schriften setzt aber keine geringe Anstrengung und Selbstverleugnungvoraus. Es fordert zugleich, dass man stets die Absicht im Auge behalte, einreines, unverfälschtes Bild des Mannes zu gewinnen und aus dem trüben,aufgewühlten Strome des Ueberlieferten die ihm wesentlich zugehörigen Zügeheraus zu retten. Wer diesen Versuch anstellt, wird bald zu der Ueber-zeugung gelangen, dass es gerathener sey, eher zu viel als zu wenig auszu-merzen, und dass die Ehrenrettung des misskannten und viel beschuldigtenMannes nur dann gelinge, wenn man mit durchgreifender Strenge das ihmAufgebürdete von seinen eigenen literarischen Arbeiten scheide 68 ).
zugleich (iin ersten Buch) “einen kurtzen Ausszug der Kärntischen Chronick” ge-geben. Die Stände dankten ihm in einem eigenen Schreiben (Th. II. 341.).
68) Ueber einige, jedoch nicht bedeutende Schriften Th’s, kann, was Aechtheit oderZeit ihres Erscheinens betrifft, auch wenn man in der Hauptsache einverstandenist, manche Unentschiedenheit obwalten.
Nach einer Stelle seines Professorprogramms vom J. 1527 könnte man ver-mutjhen, dass er schon damals Bücher herausgegeben: duabus quotidie horis tumactivae tum inspectivae Medicinae, et Physices et Chirurgiae libros, cjuorum etipse autor . . publice interpretor; allein es fehlt zur begründeten Schlussfolgejede weitere Notiz.
Die zwei Bücher de morbis ex tartaro oriundis und scholia et observationesquaedam (Th. VII. 237.) soll er in Basel dictirt und Oporin sie nacbgeschriebenhaben: quas Oporinus ex ore dictantis studiose exceperat (ebend.). (
G. Dorn (Philosophiae Paracelsi Collectanea. Apologia) versichert, Th. hättejene Schrift Lateinisch herausgegeben (Liber ejus de Tartaro, nec non alia com-plura opuscula per ipsum etiam edita Latine , testantur contra lividos istos diffa-matores, eorum calumnias mere confictas fore); dagegen behauptet Conr. Ges-ner (Enumeratio alphabetica Virorum illustrium, qui rem Chirurgicam excolue-