Buch 
Zur Würdigung des Theophrastus von Hohenheim / von Karl Friedrich Heinrich Marx
Entstehung
Seite
38
JPEG-Download
 

38

heit nehme er den Grund seines Handelns 1 ? 3 ). 'Unmögliche: Dinge thun zuwollen, sey unstatthaft 124 ). Darum sey es auch Unrecht, von ihm 1 als Arztdas Unmögliche zu verlangen. "Was Gott nur vollbringet: könne, davon müsseder Sterbliche abstehen 125 ). ' J '" r ; ,u/»? ^

Der Unterschied zwischen der diabolischen Magie oder der ! Zaubereiund der natürlichen, oder der Ergründung der Naturgeheimnisse, bestandnicht bei der Menge; diese sah nur in der Beschäftigung mit ihnen eineAbschwörung des Himmels. Indem man sie auch Th. zur Last legte, so wie,dass er über Dämonen verfüge 126 ), ja mit dem Bösen 'verkehre 127 ), so be-schuldigte man ihn solcher Dinge, welche spätere Vertheidiger leicht von ihmabwenden konnten 128 ),: die aber doch mehr oder minder dazu beitrugen, einenungünstigen Gesammteindruck gegen ihn hervorzurüfe». Er selbst beklagtsich bitter darüber und ruft mit Unwillen aus 129 ):Ihr möget wohl spre-chen, ich sey ein Verführer des Volks, ich h ab'den Teufel, ich sey besessen,ich sey aus der Nigromantie gelehrt worden, ich sey ein Magus: diese Ding

123) Paragrani ander Tr. Th. II. 60.

124)Unterstand dich nicht unmügliche Ding, dann es ist spöttlich (Grosse Wund-arzney B. 1. Cap. 1. S. 1.).

125) Siebende Defension Th. II. 188.

126) Conr. Gesner erzählt wie von .einer bekanntem Thatsache (Chirurg, p. 408.):Daemone utebalur fainiliari. Erastus redet von einem agmen Diabolorum, überdie er gebieten konnte, und Valentius de Retiis bemerkt (Theophrasts WerkeTh. VI. 99.): es sey in ihm universa existentia Daemonum gewesen.

Andere, welche mehr als Skeptiker sich kund geben, vermuthen: er habeals seinen Spiritus familiaris sein Laudanum im Degen-Knopfe bei sich getragenund dessen sich zur Verwunderung der Menschen bedient (Reimmann Einleit,in die Hist. Lit. Th. 3. Halle. 1713. 8. S. 562.).

127) Vita Oporini: Extant scripta Theophrasti, quibus mägiam approbat etc.

128) Namentlich G. Naude in seiner Apologie pour tous les grands personnages quiont este faussement soupconnez de Magie, a la Haye. 1679. 8. Chap. 14. p. 309.

129) Paragran. alt. Tr. 1. Th. II. 120.

Die Unwissenden 'gäben die Ehre vorzüglicher Werke dem Teufel (GrosseWundarzn. B. 1. Tr. 2. Cap. 17. S. 41.) und weil er auf das Rechte liinweise,so behaupte man, dass er besessen sey und einen Teufel in sich habe (Paragr.alt. Tr. 2. Th. II. 140.).