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Zur Würdigung des Theophrastus von Hohenheim / von Karl Friedrich Heinrich Marx
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Das Mittel, welches man verordne, müsse so eingerichtet werden, dassdessen Zeit mit der der Krankheit zusammenstimme'603^ i . l

Das Göttliche im Genesungsprocesse, die dem Organismus eingeborneErhaltungskraft erkannte Th. am deutlichsten bei der Heilung der Wunden.Voll Bewunderung dieses selbstständigen Naturbestrebens ruft er aus 504); dJ eNatur ist der Arzt der Wunden!

Der Wundarzt habe sich bei der verletzten Stelle wohl zu hüten denBalsam der Natur zu entfernen oder zu verderben; im Gegentheil müsse erihn schützen, damit dieser in seiner Kraft und Wirkung . bleibe 505). DerWundarzt soll wissen, dass er nicht der ist, der da heilet, sondern derBalsam 506 ).

Da die Wunde von innen heraus wachsen müsse, so könnte die Arzneiblos ein Defensiv gegen schädliche äussere Einwirkungen seyn 507).

stehen, das der Arzt nicht solle dem warmen und kalten zu suchen nachgehen,sondern soll suchen die Krallt, die ist die gantz Artzney.

503) Von Corr. der Impost. Cap. 5. S. 165.

504) Bertheoneä. L. 1. Cap. 2. §. 3. Ich nit unbillich die Natur ein Arzt in derWunden heiss.

505) Grosse Wundarzn. B. 1. Cap. 2. S. 2. Damit du wissest warzu du Wundarztgut seyest und nützlich, und warzu die Kunst, ist also, dass du der Natur andem verletzten schaden Schirm und Schützung tragest vor widerwertigen Fein-den , damit das die eusserlichen Feinde den Balsam der Natur nicht zurückschlagen, nicht vergifften noch verderben, sonder das sie bleibe in jhrer Bal-samischen Krallt und Würckung, durch bewarung dises Schirms.

506) ebend. Du solt wissen, dass die Natur dess Fleisches in jhr hat ein angebornenBalsam, dieselbig heylet Wunden. Ein jegliches Glid trägt sein eigene Heylungin ihm selbs. Die Natur hatt ihren eigenen Artzt in ihrem eigenen Glid. Alsosoll ein jeglicher Wundartzet wissen, das er nicht der ist, der da heylet, son-der der Balsam ist der da heylet. Die Natur hatt ein wachsende und mehrendeKrallt in jhr, dieselbig macht den Leib vollkommen.

507) Paramir. L. II. De orig. morb. c. 2. Th. I. 116. Seht -von aussen an, mit denWunden: was gebricht der Wunden? nichts, als allein das Fleisch, das mussvon innen herauss wachsen, und nit von aussen hinein: darumb so ist die Artz-ney der Wunden allein ein Defensiff, das die Natur von aussen an kein zufäll