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eine wilde Ordnung so wir wollten im Widerspiel unser Hcyl suchen: Gleichals ein Kind, das umb Brodt schreit gegen seinen Yaiter, der gibt ihm nitSchlangen für Brot. Es war eine üble Artzney, Bittenvurtzen für Zuckerzu geben.
In dem, worin wir krank werden, in demselbigen werden wir auch ge-sund 52 °).
Ob diese Aeusserungen hinreichend seyen, um die schon früh aufgestellteBehauptung zn rechtfertigen, als habe Th. sein therapeutisches Verfahren aufdas Axiom: similia similibus basirt 521 ), bleibe dahingestellt.
. Viele würden durch den Glauben und die Einbildung krank, und Vieledadurch gesund, 522 ). Die Einbildung sey jedoch eine Macht, über welcheder Arzt mit seinen natürlichen Kräften nicht mehr zu gebieten habe. Daherwäre ihm auch Manches unmöglich, und es gäbe wunderbarliche, seltsameGenesungen 523 ). Uebrigens habe sich der Weise vor Meinungen und Phan-tasterei Zu hüten 52+ ). ‘.
Wo die Blutenlziehung indicirl sey, nämlich in der Blutkrankheit, da
520) ebend. E. IV. De or. morb. Th. I. 234. Ist möglich, dass wir kranck werden,durch ein Accidens: So ist auch möglich das wir gesundt werden durch einAccidens: In deine da wir kranck werden, in demselbigen werden wir auchgesund.
521) So sagte schon Guintherus Andernacus a. a. 0.. p. 29.: quibus de causisTheoplirastus ab antiquis et eorum discipulis discedenduin esse putavit? quodfalsam in medendi ratione legem constituerint, qua morbos contrarios, contrariisremediis curari jusserunt.
Und Zwinger (Physiologia. p. 90.): Non per contraria, sed per similia mor-borum remedia fieri asserit.
522) Vom Urspr. der Frantzosen. B. VII. Cap. 5. Cliir. S. 236.
523) Ebend.
524) Paramir. De Ente Dei. Tr. 5. Th. I. S. 64. Zwey Stück sind die der Menschgebraucht: die Kunst, und die Phantasey. Die Kunst, das ist, alle Vernunfft,VVeissheit und Sinnlichkeit, das beschicht in der Warheit, welche da gehet ausder Erfarenheit: Aber die in der Phantasey stecken, haben kein grundt: dannfürgelegte meinung ist ein erzelte und erkennte hoffart, die euch bei ewernNachbaurn wol erkannt ist. In den zweyen stücken soll der Weyss Mann wolerleuttert sein, das er sei ein Künstler und nit ein Phantast von Farben.