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Man faule den ganzen Körper mit Quecksilber an 667 ). Dieses mit Fett zuyerbinden und so in den Leib zu treiben, das sey leicht; dasselbe laufe aberdurch die innere Wärme wieder zusammen und lagere sich in die Höhlen.Was es da anrichte* das lehrten die Arbeiter in Idria , von denen keiner ge-sund bleibe, sondern bei denen sich .Lungenleiden, Lähmung, Zittern ein-stellten: 668 ). ; : li : ; .
Das Räuchern sey nicht viel besser. Es verhalte sich damit, wie wennman einen : weissen Rock schwarz färben lasse; das alte Tuch bleibe. Manhabe listig Zinnober , statt Quecksilber gewählt, und so lange eine löblicheKunst daraus gemacht,, bis die “Zäp.flin abfielen” und die Brustorgane schwerafficirt waren, wo ja gar nicht einmal die Krankheit liege 66 9) 670)
Es werde nun zwar behauptet, dass die Kranken auf diese Weise rege-nerirt und wie neugeborne Kindlein würden; allein da die Haare und Nägeldabei abfielen, ohne wieder zu wachsen, so sey von dieser Verjüngungscurnicht viel zu rühmen. Th. sagt 671 ): “Ab solchem fdrgeben mag ich undein jeglicher guter Gesell wol. lachen”.
Habe man zu viel Quecksilber in den Körper gebracht, so müssten, umdasselbe wieder auszutreiben, Abführungen, schweisstreibende Mittel undwarme Bäder angewandt werden 672 ). Nur von der massigen und rechtenGebrauchsart dieses Mittels sey mit Zuversicht Hülfe zu erwarten. SeineWorte sind 673 ): “Aller Grund in der summ inn den gantzen Französischen Kranckheiten ist das Hauptslück vis Mercurialis, aber nicht argentum vivum,das jhr dafür nenimen. Dasselbig muss in der Separation stehn, und in sei-
667) ebend. S. 314. •
668) Die ander Impostur. B. 1. Chir. S. 152.
669) ebend. S. 153.
670) Kl. Chir. B. 7. Cap. 2. S. 288. Sehet an den Wein, der will getruncken sein,und nicht im Dampff hinein gehn.
Es ist der höchsten Kleinot eins, zu wissen, in was Weg und Form ein jeg-lich Simplex dem Leib soll zugelegt werden.
671) ebend. B. 8. Cap. 1. S. 292.
672) Von Widerauffbringung der Verderbten. Cap. 24. Chir. S. 185.
673) Kl. Chir. B. 7. Cap. 2. S. 288.