Einleitung. 7
ein gelehrtes Ansehen gegeben/ wie es möglich geworden, daß er sich darinbei den Fürsten und Gelehrten, in- und außerhalb Landes, so viele Jahreunverrükt erhalten und sie bethören können?
Leonhard Thurneisser zum Thurn, erst Golbschmidsgeselle zu Basel,Kostniz und Strasburg, dazwischen Soldat oder Schütze, nachmalsBergwerksvorsteher in Tyrol, und während der Zeit reisender Naturforscher,Ritter des Ordens der heiligen Katharine auf dem Berge Sinai, sodanndurch Zufall Churfürstl. Brandenburgischer Leibarzt, ist der Mann, vondessen Begebenheiten in der Churmark Brandenburg wir vorher einen Umrißgegeben haben. Aus diesem wird man gleich erkennen, wie merkwirdig seineLebensbeschreibung seyn müsse,, nicht allein in Ansehung dessen, daß mannoch vor zweihundert Jahren «blos durch Reisen in entfernte Länder ein' Gelehrter werden, und zu Wissenschaften gelangen konte; sondern auch inAnsehung des Hofes, bei dem er in Diensten gestanden, und selbst in Ansehungder Litteratur und Kunstgeschichte des Landes, in welchem er gelebt hat.
So weit berühmt auch Thurneisser zu seiner Zeit war: so schwer ist es dochgeworden, eine gründliche und unparteiische Nachricht von ihm zu erhalten.Will man sich durch die Biographen- Geschichts- und Chronikenschreibervon seiner Gelehrsamkeit, Fähigkeiten, Gemüths-Charakter und übrigenEigenschaften näher unterrichten, um daraus zu beurteilen, in wie weit diese""t seinen glüklichen Begebenheiten in Verbindung gestanden und daraufEinfluß gehabt: so treffen wir den seltensten Kontrast und Karrikaturen vonihm an, die sich kaum als möglich gedenken lassen. Einige*) sagen: daß
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^ ? X Gerten, die ihn in Schriften für einen Betrüger und Ignoranten erklärt haben,flnd: tl. imroä. in univerlsm srreni meä. ktelmü. l 6 87 - 4 ko ?. z 80. /t/em