Ho Gelehrte Reisen und Wanderschaften
Reisende Philosophen liessen seilen in Teutschland ein Kunststük sehen. Siebeobachteten so, wie die Mönche, die äufiÄste Verschwi-genhekc. Zu diesen warder Zugang versperrt, sie blieben unbekannt: und was man von ihnen wußte, warein fliegendes Gerüchte. Wenn reisende Philosophen ein Probestück von derVerwandlung der Metalle gemacht hatten: so winden sie bald unstatt und flüchtig,so daß man nichts gewisses erfahren, noch etwas von ihren Geheimnissen absehenkonte. Die Schriften des Gebers, des Artephius, Lullkus, Morienus, Arnoldsvon Villa Nova, und anderer alten Philosophen waren selten; die Besitzer solcherHandschriften Hielten sie eben so geheim, als wenn sie den Stein der Weisen selbstin Händen hätten; und wenn ja einer zu einer Abschrift gelangte: so fand er allesso dunkel und unverständlich, daß er sich nach Aufschluß des Geheimnisses durchmündlichen Unterricht sehnete.
So sehr auch das Gerüchte von den herrlichen Eigenschaften des Steins derMeisen den Erforschungsgeist der teutschen Nazkon in Bewegung sezte: so warihnen doch der Weg, zumBesiz des Steins zu gefangen, sowol im Vaterlandsals in den anqränzendcn Reichen aus vorher angeführten Ursachen gänzlichverschlossen. Hingegen trug man sich mit Nachrichten von grossen Philosophendes Orients, die häufiger, nicht so zurückhaltend und nicht so äusserst verschwiegenwären. Sie lebten teils in Klöstern auf den Bergen Sinai, Horeb, Libanon,Athos, u. s. w.; andere hielten sich als Einsiedler auf dem Gebirge Ararak, undbesonders in Palästina r) auf; von welchen Raimundus Lullius, MorienusRomanus, der Eremit Aegidius, Hieronymus Crinot, ein Teutscher, und anderemehr, ihre Weisheit geholet, und unter ihnen viele Jahre gelebet hatten. Diele hattenin den Wüsten Lybiens, in Aethiopien, Abißinken, besonders aber in der Barbarei,ihr Wesen, und trieben ihre Künste unter unwissenden wilden Völkern; und wenn
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») Die Zahl der Eremiten war zu der Zeit sehr ansehnlich. Thevenot sagt in seiner nachheranzuführende» Reis-beschreibung: daß ehemals nur allein auf dem Teil des Berges Sinaiwelcher der Berg Mvsis genannt wird, nach und nach 14000 Eremiten gewokmt hartemDie Heiligen nnter diesen, die sich in Palafiiua, Egypten, Arabien u. s w. aufgehaltenhaben, siehet man aufE.Michalets Karte: Les -leibn- -j'Lgypre, äs Ibebaiäe, ä'^rabie,äs 8/rie Lcc. bkari- 169z. Wunder thun und herumspazieren.